Freitag, 7. Dezember 2012


Wendula
Steine

Da liegen sie  - auf der Fensterbank: bunt, glatt, gestreift und gepunktet. Steine, mitgebracht aus den verschiedensten Gegenden dieser Erde. Voll mit Erinnerungen sind sie - kann man das so sagen? Oder macht ihr Anblick Erinnerungen wach?
Da breitet sich plötzlich ein steiniger Strand auf Patmos vor mir aus, bedeckt mit den schönsten, bunten Steinen - wie poliert durch den leichten Wellengang leuchten sie und fordern zum gezielten Einsammeln. Oder ich nehme den kugelrunden in die Hand. Schwarz wenn er nass ist und jetzt müdegrau. Nach 100 mal Bücken aufgesammelt auf der Insel Moen, immer in der Hoffnung, einen "Klöterstein" zu finden. Ohne Erfolg - aber dieser in seiner runden Perfektion ist es wert, aufbewahrt zu werden. Und der mit dem Loch? Am Strand von Heikendorf aufgehoben um ihn einer Freundin, die daraus Ketten für ihren Balkon macht, zu bringen. Zu spät - sie braucht ihn nicht mehr! Und die Bernsteine? In Kindertagen in den Ferien auf dem Darss gefunden, zum Teil aus Muschelbänken ausgegraben und wie Schätze bewacht. Und der, der wie rohes Hackfleisch aussieht und von einem roten Band umschlossen ist - habe ich den nicht in Patagonien in einem Flussbett gefunden, an einem sonnigen Tag, weit weg von jeglicher Zivilisation?
Steine sind Erinnerungshüter, die in der Lage sind, eine ganz bestimmte Situation zum Leben zu erwecken.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen