Dagmar
Warum schreibe ich
Das Schreiben, Worte zu Texten verarbeiten, hat mir
während der Schulzeit viel mehr Spaß gemacht als der Rechenunterricht. Ich habe
gern Aufsätze geschrieben.
Nach vielen Jahren Schreibpause habe ich vierzehn
Jahre das Ehrenamt einer Schriftführerin im Verein unserer Siedlung ausgeübt.
Neben dem normalen Schriftverkehr verfasste ich einmal im Monat ein
„Mitteilungsblatt“ und war das berichtende Bindeglied zwischen
Vorstandsaktivisten und den Vereinsmitgliedern.
In dem Bemühen, sinnvolle Texte zu gestalten,
entgleite ich auf eine andere Ebene und lasse meiner Fantasie freien Lauf.
Dabei kann ich eine positive, für mich heilende Erfahrung machen. Ich leide
seit fünfzehn Jahren an dem Syndrom der unruhigen Beine, auch Restless Legs,
RLS, genannt. Es gibt in meinem Tagesablauf Momente, da bin ich gezwungen, ob ich will
oder nicht, meine Beine in Bewegung zu setzen.
Im vergangenen Jahr habe nach langer Zeit wieder
damit begonnen Tiergeschichten, die ich meinen Kindern und Enkeln erzählte,
aufzuschreiben und in mehrere kleine Kinderbücher zusammen zu fassen. Beim Strukturieren
und Formulieren von Texten habe ich die wunderbare Feststellung gemacht, dass
meine Beine für Stunden ruhig und entspannt sind. So kann das Schreiben auch
eine Therapieform sein.
Das Schreiben in der Gruppe macht mir Spaß; den
haben wir oft beim Vorlesen unserer gefertigten Texte. In den vergangenen drei
Jahren habe ich viele Schreibstrategien gelernt und hilfreiche Impulse
erhalten.
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