Freitag, 23. August 2013

Renate
Reise an den Gardasee

Das Geld war knapp, und unsere Reisewünsche erfüllten wir uns durch Betrachten der strahlenden Plakate in den Reisebüros. Aber wenn man jung ist, findet jede Unternehmungslust einen Weg.
Italien war damals das Traumland der Deutschen. Vollgestopfte Strände, Menschenknäuel im Wasser – sollte es nicht auch andere Ziele geben? Wir buchten eine sehr preiswerte Busreise an den Gardasee. Ihre Dauer – acht Tage lang!
Der Bus, zeitgemäß ausgestattet, für heutige Verhältnisse schrottreif, brummte gen Süden. Damals führte noch eine sehr enge gewundene alte Straße über den Brenner. In den Kurven musste der Bus teils zurücksetzen, hing über Abgründen und schaffte mit größter Not die Steigungen. Aber das Wetter war herrlich, und wir sahen zum ersten Mal die gewaltige Alpenlandschaft. Unterwegs eine Essenspause. Den servierten Leberkäse fanden wir fürchterlich und beim späteren Kaffeehalt aßen wir die gesamte Kuchenplatte leer.
Unser Bus erreichte tatsächlich sein Ziel irgendwann in der Nacht. Ein sehr einfaches Zimmer in einer Privatpension mit Fenster zum Hof und Bad und WC auf dem Flur. Zum Schlafen ideal. Der Gardasee war für uns aus dem Norden ein Märchen. Warm, blauer Himmel, zauberhafte Orte, eine Traumlandschaft und überaus nette Menschen. Wir erliefen und erwanderten unser Märchenland und bestiegen unseren ersten Gipfel.
Obwohl es eine richtige Sparreise war, sie überlebte in Gesprächen und in der Erinnerung bis heute. 

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