Renate
Reise an den Gardasee
Das
Geld war knapp, und unsere Reisewünsche erfüllten wir uns durch Betrachten der
strahlenden Plakate in den Reisebüros. Aber wenn man jung ist, findet jede
Unternehmungslust einen Weg.
Italien
war damals das Traumland der Deutschen. Vollgestopfte Strände, Menschenknäuel
im Wasser – sollte es nicht auch andere Ziele geben? Wir buchten eine sehr
preiswerte Busreise an den Gardasee. Ihre Dauer – acht Tage lang!
Der
Bus, zeitgemäß ausgestattet, für heutige Verhältnisse schrottreif, brummte gen
Süden. Damals führte noch eine sehr enge gewundene alte Straße über den
Brenner. In den Kurven musste der Bus teils zurücksetzen, hing über Abgründen
und schaffte mit größter Not die Steigungen. Aber das Wetter war herrlich, und
wir sahen zum ersten Mal die gewaltige Alpenlandschaft. Unterwegs eine
Essenspause. Den servierten Leberkäse fanden wir fürchterlich und beim späteren
Kaffeehalt aßen wir die gesamte Kuchenplatte leer.
Unser
Bus erreichte tatsächlich sein Ziel irgendwann in der Nacht. Ein sehr einfaches
Zimmer in einer Privatpension mit Fenster zum Hof und Bad und WC auf dem Flur.
Zum Schlafen ideal. Der Gardasee war für uns aus dem Norden ein Märchen. Warm,
blauer Himmel, zauberhafte Orte, eine Traumlandschaft und überaus nette
Menschen. Wir erliefen und erwanderten unser Märchenland und bestiegen unseren
ersten Gipfel.
Obwohl es eine richtige Sparreise war, sie überlebte
in Gesprächen und in der Erinnerung bis heute.
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