Dienstag, 21. Januar 2014

Wendula
Januar

Wir haben das neue Jahr erreicht. 

Inzwischen warte ich nicht mehr unruhig auf den Moment, wo der Tannenbaum mit gutem Gewissen entsorgt werden kann, weil ich schon lange keinen Baum mehr in meiner Wohnung habe. Damit fällt schon mal die Tannennadeljagd im neuen Jahr weg. Auch Weihnachtspapier wird nicht mehr gebügelt, um es zu gegebener Zeit wieder zu verwenden. Die Blechdosen mit den letzten Keksen stehen aber noch in der Küche, auch die verschwinden so langsam und die leeren Dosen finden wieder ihren Platz oben auf dem Küchenschrank. Die letzten Engel und Weihnachtsmänner, die Kugeln und Sterne sind wohlverpackt im Keller.
Und nun? Noch stehen ein paar Weihnachtskarten auf der Kommode und fordern still dazu auf, sich bei dem einen oder anderen telefonisch oder per E-Mail zu melden. Aber sonst? Was liegt an? Das Wetter reizt nicht zu langen Spazier-gängen, viele Freunde hat man vor dem Fest gesehen, Kurse haben noch nicht wieder angefangen, Geburtstage sind im Kalender eingetragen - was bleibt zu tun? Aufräumen, Wegschmeißen - wie wär's mit der mittleren Schieblade im Sekretär oder dem klaffenden Ordner, wo man kaum noch weiß, was sich darin befindet? Ach so, ja, das sind die Unterlagen von ca. 20 Heimatkunde-Touren mit einer Freundin. Aufbewahren? Lohnt sich das? Die Hotelunterlagen sind veraltet, die Fotos verblasst, die Landkarten überholt. Noch einmal gucke ich rein, freu' mich darüber, was wir alles gemacht haben und trotzdem entsorge ich diese Papierflut und zurück bleibt das Gefühl einer großen Erleichterung.

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