Antje
Meine Zeit als
Sekretärin
Meine
Zeit als Sekretärin in der Führungsakademie der Bundeswehr. Die Begriffe
Geduld, Gelassenheit und Toleranz wären damals angesagt gewesen. Als ich dort
anfing, war ich weit davon entfernt, geduldig, gelassen und tolerant zu sein.
Deshalb eckte ich In dieser Männerwelt an. Meine Abneigung gegen autoritäre
Männer war übermäßig. Sie hatten alle so viel mit der Art meines Vaters zu tun.
Meine
Renitenz kam aber gar nicht gut an. Niemand war bereit, sich zu ändern, also
musste ich mich ändern. Damals fing ich eine Psychotherapie an, eine Art
Verhaltenstherapie. Ich lernte, etwas gelassener zu reagieren, nahm die Männer
nicht mehr so wichtig und wandte mich mehr meinen Kolleginnen zu, die alle mehr
oder weniger frustriert ihre Arbeit taten – geteiltes Leid ist halbes Leid. Hinzu
kam, dass ich für meine Enkelin an der Akademie einen Kindergartenplatz
besorgte. Für mich war schön, dass ich sie dadurch oft sehen konnte und auch
meine Tochter, wenn sie die Kleine abholte.
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