Gisela
Wo habe ich Geduld
gelernt?
Das
ist schon ein Geduldsspiel mit der Geduld. Hat mich viel Zeit gekostet es zu
lernen.
Schon
im Kindergarten begann dieses Spiel. Es gab oft Streit.
“Das
ist meine Puppe, das ist mein Baukasten, das ist mein Ball!“
Geduldig
abwarten, bis eines der Spielsachen frei wurde, unmöglich.
Mit
wütend stampfenden Füßen, sich strampelnd auf den Boden werfend, oder sich
kreischend auf den Besitzer des begehrten Gegenstandes werfend, versuchte man
seinen Willen durchzusetzen. Von den Gruppenleiterinnen wurden wir dann
lautstark unterbrochen und gebieterisch ermahnt, mit dem anderen zu teilen. Widerwillig
lernte man dies, mit kindlicher Geduld.
Später
ging der Lernprozess in der Schule weiter. Stillsitzen, dem Lehrstoff folgen. Vieles
war zu lernen mit Geduld und zu bezwingen die Ungeduld. Wann bin ich endlich
erwachsen und muss nicht mehr zur Schule gehen? Wie viele Prüfungen muss ich
noch bestehn, um endlich meinen eigenen Weg des Lebens zu gehn? Nicht mehr zu
folgen den Regeln und Gesetzen. Nicht mehr zu hören:“ Mädchen, es ist nur zu deinem
Besten!“.
Heute,
nach so vielen durchlebten Jahren, kann ich sagen:Mit Geduld ist so manches
leichter zu ertragen. Geduld ist, auf den richtigen Zeitpunkt zu warten. Geduld
ist, alles zu seiner Zeit zu erkunden. Ungeduld treibt uns an Neues zu
erforschen, Neues zu entdecken und unsere Neugier zu wecken. Beides gehört fest
zusammen und beide sind unsere ständigen Begleiter.
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