Margrit
Es klingelt, ich mache die Tür auf. Vor mir
steht meine neue Nachbarin, guckt mich ohne Begrüßung unfreundlich an und sagt:
„Ihre Musik ist zu laut. Mein Mann hat einen anstrengenden Beruf. Er ist Feuerwehrmann
und muss ruhig schlafen!“
Ich kenne meine Schwäche für laute Musik,
verspreche Besserung und stelle das Radio einen Tick leiser.
Noch ahne ich nicht, welch weitreichende
Konsequenzen dieser Auftritt mit sich bringen wird. Bis zu dem Zeitpunkt, an
dem mein neuer Untermieter, Sebastian Krause aus Thüringen, bei mir einzieht.
Sehr sympathisch. Ich deute auf sein Gepäck mit den Worten: „Was haben Sie denn
da alles mitgebracht?“
„Meine Musikanlage“, gibt er zur Antwort.
„Meine Musik ist mir nach Feierabend sehr wichtig! Ich hoffe, Sie haben nichts
dagegen.“
„Ich nicht“, entgegne ich wahrheitsgemäß.
Gewitterwolken ziehen auf. Ein mächtiger
Schrecken durchfährt mich. Das Zimmer, in dem die Musikanlage installiert
werden soll, liegt über dem Schlafzimmer meiner Nachbarn.
Es gibt großen Ärger im Haus mit
nächtlichem Polizeieinsatz und Einschaltung der Hausverwaltung. Sebastian bekommt
Angst. Die Polizei verunsichere ihn, sagt er und sucht sich schnurstracks eine
neue, eigene Wohnung.
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