Montag, 8. Juni 2015

Miró-Ausstellung im Bucerius Kunstforum



Ilse
Wir treffen uns zum Schreiben im Bucerius Kunst Forum. Bevor wir in die Ausstellungsräume gehen, schauen wir uns den Film zu Miró und seinen Werken an.
Beim Betreten des Vorführraumes fällt mein Blick auf ein riesengroßes blaues Gebilde an der Leinwand. Durch meinen Kopf schießt sofort ein Gedanke und das Wort „Gehirn“ kommt über meine Lippen.
Dieses Bild hängt in der Ausstellung und ich betrachte es mir näher.
Ein riesengroßes, kopfartiges Gebilde füllt beinahe die ganze Leinwand aus. Schütter sind die wenigen Haare auf der Stirn. Hirnwindungen dicht an dicht in blaugrauen Farbtönen. Das Bild ist durch ein schwarzes Kreuz in vier Felder geteilt. Das Denken vermute ich unten rechts, es fällt mir besonders auf. Es schiebt sich in den Vordergrund. Aus einem schwarzen Punkt fallen Buchstaben heraus. Sie tanzen über das Areal und wirken wie Erinnerungen an eine Reise. Eine Reise nach R o M, in die Hauptstadt Italiens? Oder bilden die Buchstaben das Wort R o c K? Hatte der Maler den Rock einer Frau im Sinn, die über den Buchstaben unbekleidet vor seinen Augen schwebt? Die Figur strahlt durch ihren roten Kopf, ihre leuchtend gelben Brüste, den weißen, unberührt wirkenden Bauch und tanzt vor dem Betrachter des Bildes auf schlanken Beinen.
Gefühle werden in mir geweckt. Sie wühlen mich auf. Gedanken bewegen sich wie die prickelnden Sterne, die dieses Gehirnareal durchziehen.
Erst jetzt schaue ich auf den Titel des Bildes: Amour - Liebe, 1926 gemalt nach dem Gedicht von Arthur Rimbaud „Les voyelles“: Die Vokale.

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