Sonntag, 21. Juni 2015

Segenswünsche

Gerda
Im Alter von 12 Jahren habe ich meine „richtige“ Großmutter besuchen dürfen. Sie lebte mit ihrem Mann gemeinsam mit meinem zwei Jahre älteren Bruder in Oldenburg/Holstein.
Damals, 1942, sahen Großmütter auch so aus, wie man sich alte Frauen um die Fünfzig vorgestellt hat. In dunkler Kleidung, immer mit Schürze und die grauen Haare zum Dutt zusammengesteckt.
Ich wollte ihr so gerne bei der Hausarbeit helfen, aber das lehnte sie ab. Bei mir, sagte sie, darfst du nur Kind sein.
Worte, die mir die Sprache verschlagen haben. Sie wird gemerkt  haben, dass ich kein glückliches Kind war. Beim Abschied sagte sie mir: Denke immer daran, ich bete jeden Abend für dich!
Es hat mich oft getröstet, wenn alles mal wieder nur dunkel war. Es hat mir über viele schwere Stunden hinweg geholfen und irgendwann war alles wieder besser. Ich habe sie nie vergessen, diese so gütige alte Frau. Und bete seit langem für meine Familie.

Allen Menschen auf der Welt wünsche ich ein Dach überm Kopf, ein warmes Bett und immer genug Nahrung, um satt zu werden.
Und dass es nirgendwo auf der Welt Krieg gibt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen