Gerda
Im
Alter von 12 Jahren habe ich meine „richtige“ Großmutter besuchen dürfen. Sie
lebte mit ihrem Mann gemeinsam mit meinem zwei Jahre älteren Bruder in
Oldenburg/Holstein.
Damals,
1942, sahen Großmütter auch so aus, wie man sich alte Frauen um die Fünfzig
vorgestellt hat. In dunkler Kleidung, immer mit Schürze und die grauen Haare
zum Dutt zusammengesteckt.
Ich
wollte ihr so gerne bei der Hausarbeit helfen, aber das lehnte sie ab. Bei mir,
sagte sie, darfst du nur Kind sein.
Worte,
die mir die Sprache verschlagen haben. Sie wird gemerkt haben, dass ich kein glückliches Kind war. Beim
Abschied sagte sie mir: Denke immer daran, ich bete jeden Abend für dich!
Es
hat mich oft getröstet, wenn alles mal wieder nur dunkel war. Es hat mir über
viele schwere Stunden hinweg geholfen und irgendwann war alles wieder besser.
Ich habe sie nie vergessen, diese so gütige alte Frau. Und bete seit langem für
meine Familie.
Allen
Menschen auf der Welt wünsche ich ein Dach überm Kopf, ein warmes Bett und
immer genug Nahrung, um satt zu werden.
Und
dass es nirgendwo auf der Welt Krieg gibt.
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