Montag, 24. August 2015

Im August



Maren

Die Hitze ist gnadenlos, ich muss den Weg weiter gehen. Umwege, die Schatten versprechen sind nicht möglich. Der Wanderführer sprach von einer längeren baumlosen Strecke, die  Schönheit der Landschaft soll sich durch die Weite und die unendliche Sicht erschließen.
Meine hoch geschlossenen Schuhe sind vom mehligen Sand staubig, die brennenden Füße  sind müde und wünschen sich bald eine Rast. Der letzte Rest aus meiner Flasche ist längst getrunken, nächste Orte, in denen ich neues Wasser bekommen könnte, sind laut Wanderkarte weit entfernt. Die in der Karte eingezeichnete Quelle ist versiegt, gelbfarbene Gräser um die Stelle herum bestätigen es.  Der Sandweg führt jetzt auf eine kleine Asphaltstraße, die die Hitze unter meinen Sohlen noch verstärkt. Ich hoffe auf Häuser oder Gehöfte, in denen ich Wasser bekommen könnte. Die Hoffnung erfüllt sich, es gibt aber keine offenen Türen. Selbst die Hofhunde liegen entkräftet im Schatten.
Ein Trecker kommt mir entgegen, er führt eine große gelbe Staubwolke mit sich, die alles einhüllt. Trotzdem gelingt es mir, den Treckerfahrer auf mich und  meine leere  Wasserflasche aufmerksam zu machen. Am hinteren Ende des alten Stalls erlöst mich ein Wasserhahn vom Durst. Erfrischt und gestärkt kann ich die Wanderung  fortsetzen, im  heißesten August, den ich Erinnerung habe.

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