Ilse
Das
Wohnzimmer im Puppenhaus spiegelt die Welt der Erwachsenen wider. Im Spiel,
vielleicht sogar unter Aufsicht und Anleitung der Mutter oder der Großmutter,
sollte die Puppenmutter auf ihr späteres Leben vorbereitet werden.
Tisch
und Stühle stehen mitten im Raum. Dort versammelt sich die Familie zu
gemeinsamen Tun am Abend, wenn das Feuer im großen Kachelofen Wärme im Raum
verbreitet. Die Briketts und Eierkohlen liegen gut verstaut in dem Kohlenkasten
aus Metall.
Sie
hört die Stimme des Nachrichtensprechers aus dem Volksempfänger, dem kleinen
Radiokasten. Manchmal setzt der Vater das Grammophon in Gang. Für jede Platte,
die er abspielt, muss die Nadel im Tonarm gewechselt werden. Eine Nadel, die
laut oder eine Nadel, die mit leisen Tönen die Musik aus den Rillen der dicken
Schellackplatten lockt. Zweihundert Stück davon liegen in einer bunt
dekorierten Nadeldose. Eifrig dreht der Vater die Kurbel am Kasten. Handarbeit
ist Voraussetzung, bevor das Werk im Inneren des Grammophons seine Arbeit tut.
Mit Strom läuft im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts noch kein Apparat dieser
Art.
Dicht
nebeneinander liegen im Eidelstedter Heimatmuseum die Welt der Erwachsenen und
die Welt der Kinder.um 1900. Nur zwei Türen voneinander getrennt.
Der
Zeitraum, aus dem die Dinge der Erinnerungen stammen, ist viel größer. Sie
schaut in die Poesiealben des 19. Jahrhunderts und entdeckt den Sandmann von
1970 aus der ehemaligen DDR (Deutsche Demokratische Republik). Die Keulen aus
ihrem Sportunterricht um 1960 fallen ihr ebenso ins Auge wie die Melkmaschine
aus dem Jahre 1938. Jedes Ding hat seine Geschichte und erzählt vom Leben und
Treiben vergangener Zeit. Im Vergleich zum Heute kann sie ermessen, was sich
verändert hat und von den Menschen technisch weiter entwickelt wurde.
Sie
denkt, die gute alte Zeit, ihre Geschichten klingen romantisch. Doch sie weiß,
die Arbeit forderte die Menschen hart.
Vielleicht genossen die
Menschen gerade deshalb die Gemeinsamkeit und die Stunden der Muße im
Familienkreis. Ohne Häkel- oder Stickarbeit in den Fingern der Frauen ging es
trotzdem nicht. Davon zeugen das Tischtuch und die vielen Deckchen im Wohnzimmer.
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