Elfriede
Längst
neigte sich der Sommer dem Ende zu. Weizen und Roggen waren gemäht und alles
wurde auf Leiterwagen geladen und so hoch gestapelt, wie es nur irgend ging.
Zuletzt, ein paar Wochen später, war der Hafer dran. In der großen Scheune traf
man Vorbereitungen das Getreide zu dreschen. Nach ein paar Wochen war alles
fertig. Große Säcke, mit den verschiedensten Sorten Getreide, standen bereit,
um zur Mühle gebracht und gemahlen zu werden. Das wertvolle Korn kam dann als Mehl
zurück.
Zu
Weinachten ging das Backen in der gemütlichen Wohnküche los, wo ich als Kind
immer gern dabei war, weil es ja immer was zu naschen gab. Beim Schein einer
Petroleumlampe, die abends immer brannte, war in der Küche reger Betrieb. Der
riesige Backofen wurde mit Holz angeheizt, um dann in der Glut die schönsten
Kuchen zu backen. Gleichzeitig nutzte man die Hitze zum Brotbacken aus. Schon
längst war der Herbst mit seinem wunderschönen Laub durch die Lande gestrichen,
wo niemand so genau wusste, wer der Maler dieser schönen Pracht war. Auch ein
paar Mäuse liefen über den Weg, immer auf der Suche nach Futter, um sich noch
vor dem Winter ein wenig Speck anzufressen.
Eines
Morgens war es dann so weit. Als ich aus dem Fenster sah, war alles weiß. Raureif
hatte die Landschaft verzaubert. Die kahlen Bäume sahen aus, als wären sie mit
weißem Zucker überzogen. Nur ein paar Krähen flogen von Ast zu Ast und
verständigten sich mit lautem Krah-krah. Im Haus war schon alles auf Weinachten
vorbereitet, Berge von Keksen und Pfefferkuchen lagen in großen Blechdosen
bereit .
Abends
im Wohnzimmer am warmen Kachelofen gab es noch eine andere Petroleumlampe, die
viel größer war und auch mehr Licht spendete.
Da
kommt wieder die Erinnerung, wenn ich hier im Museum die alten Dinge sehe. Vor
mir diese wunderbare Lampe, die mir als Kind immer das warme Licht am Abend
spendete. Wenn die Familie am Abend beisammen saß, die Mutter am Spinnrad
und die Kinder zupften die Schafwolle, um sie ganz locker zum Spinnen
vorzubereiten. Mehrstimmig sangen wir die schönsten Volks- und
Weihnachtslieder. Es war immer eine Überraschung, was aus der Wolle
gestrickt wurde und später unter dem Tannenbaum lag. Waren es Strümpfe, ein
Schal oder sogar ein Pullover? Einmal bekam ich als Kind einen aus Wolle
gestrickten Teddybären - war das eine Freude!
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