Dienstag, 4. April 2017

Pralinenschachtel in Grau



Maren
Pralinenschachtel in Grau

Beim Kauf von Pralinen denke ich an eine Begebenheit  im Zusammenhang mit einer Pralinen-Schenkenden vor längerer Zeit. Der Besuch war eingeladen, es wurde gegessen und Kaffee getrunken, die mitgebrachte Pralinenschachtel protzte mit großer goldener Schleife auf dem Kaffeetisch. Da die Neugier auf die Köstlichkeit unter uns zunahm und jeder sich den Schmelz der Schokolade auf der Zunge bereits zergehen ließ, wurde die Schachtel unter großer Bewunderung für die ausgefeilte Dekoration geöffnet. Nachdem der Deckel entfernt war, setzte unter uns Sprachlosigkeit ein. Wir sahen Pralinen, die grau, teilweise schon farblos waren, außerdem hatte eine Verformung der Schokolade die Anordnung der Pralinen verändert. Die darauf einsetzende Betroffenheit wurde von allen, nur nicht von der Schenkenden geteilt. Sie, die die wahrscheinliche Haltbarkeitsüberschreitung ignoriert hatte, sagte mit beruhigender Stimme: „Ach, essen kann man die aber noch“, und langte zu.
Wir brachten später immer dieses „Graue Geschenk“ mit der Person in Verbindung und fanden auch Übereinstimmung mit ihrem sonstigen Verhalten. Es kam zu keinen weiteren Begegnungen.

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