Maren
Pralinenschachtel in Grau
Beim
Kauf von Pralinen denke ich an eine Begebenheit
im Zusammenhang mit einer Pralinen-Schenkenden vor längerer Zeit. Der
Besuch war eingeladen, es wurde gegessen und Kaffee getrunken, die mitgebrachte
Pralinenschachtel protzte mit großer goldener Schleife auf dem Kaffeetisch. Da
die Neugier auf die Köstlichkeit unter uns zunahm und jeder sich den Schmelz
der Schokolade auf der Zunge bereits zergehen ließ, wurde die Schachtel unter
großer Bewunderung für die ausgefeilte Dekoration geöffnet. Nachdem der Deckel
entfernt war, setzte unter uns Sprachlosigkeit ein. Wir sahen Pralinen, die
grau, teilweise schon farblos waren, außerdem hatte eine Verformung der
Schokolade die Anordnung der Pralinen verändert. Die darauf einsetzende
Betroffenheit wurde von allen, nur nicht von der Schenkenden geteilt. Sie, die
die wahrscheinliche Haltbarkeitsüberschreitung ignoriert hatte, sagte mit
beruhigender Stimme: „Ach, essen kann man die aber noch“, und langte zu.
Wir
brachten später immer dieses „Graue Geschenk“ mit der Person in Verbindung und
fanden auch Übereinstimmung mit ihrem sonstigen Verhalten. Es kam zu keinen
weiteren Begegnungen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen