Maren
Verlaufen auf Dänisch
Am
Nachmittag erreichten wir unser angemietetes Haus in den Dünen an der dänischen
Nordsee. Es lag auf einem Hügel, ein gerader Weg, der von der Hauptstraße
abging, führte direkt zu unserem Grundstück. Da es noch hell war, wollten wir,
zwei Freunde und ich, ans Meer gehen, dem Rauschen der Wellen zuhören und noch etwas am Strand entlang schlendern. Ich
beschloss unterwegs, den Spaziergang abzubrechen, um im nahen Supermarkt für
das Abendessen einzukaufen. Ich erstand fünf Kilo Kartoffeln, einen Liter Milch
und Kleinigkeiten für das Essen. Als ich den Laden verließ, war es draußen
dunkel geworden.
Ich
habe eine verlässliche Orientierung, dachte ich bis dahin. So begann ich, die
Dünen in Richtung unseres Hauses zu überqueren. Es war beschwerlich, da ich im
losen Sand einsackte. Auf dem bald festeren Weg erschienen verlassene
Sommerhäuser, die ich vom Hinweg nicht mehr in Erinnerung hatte. Meine Last, fünf
Kilo Kartoffeln plus Zubehör, nahmen an Gewicht zu. Ich stolperte durch die
dänische Dezembernacht. Erschwerend kam hinzu, dass ich weder den Namen des
Hauses noch den „Vej“ kannte. Und: Alles geschah vor der Handy-Zeit. Einem
entgegenkommenden Auto auf dem Sandweg konnte ich rechtzeitig ausweichen, seine
Scheinwerfer ermöglichten mir kurz, einen Wegnamen zu erkennen. Doch das nütze
mir nichts. Ich konnte mit dem Namen des Weges nichts anfangen. Ich war in
dieser kalten Welt mit meinen fünf Kilo Kartoffeln heillos verloren. Dann
entdeckte ich hinter einer Jalousie Licht. Ich klingelte an der Tür dieses in
den Dünen einsam versteckten Sommerhauses. Es löste großes Erstaunen aus, als
ich um Hilfe bat. Leider konnte ich keine Angaben über meine dänische Adresse
geben. Ein „Haus auf einem Hügel“ brachte nicht weiter. Mein Glück war, dass es
sich um ein deutschsprechendes Urlauber-Paar handelte, es konnte aber wenig mit
dem späten Gast, der nichts außer Kartoffeln und Milch dabei hatte, anfangen. Da
die Notwendigkeit gesehen wurde, irgendetwas zu unternehmen, setzte sich der
Mann mit mir ins Auto, um das Haus zu finden. Drei Menschen mit Taschenlampen
erlösten uns, es waren die Freunde, die sich auf die Suche nach mir gemacht
hatten. Sie kamen grad über eine Düne und wollten den Weg vor dem Auto kreuzen.
Eine eigentliche vergnügte Geschichte, nur haftet sie mir an, sie bleibt aber
auf Partys der Renner als ‚Potatis Rejse‘.
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