Ilse
Ein Stück Papier
Papier
lädt zum Tun ein. Wie oft hat sie es in ihren Händen gehalten und die
unterschiedlichsten Werke mit diesem Material geschaffen. Die ersten Bilder und
Zeichnungen entstanden auf Einwickelpapier oder einer aufgeschnittenen
Papiertüte. Ein Zeichenblock war damals eine Kostbarkeit.
Die
Großmutter zeigte ihr wie ein Portemonnaie gefaltet wird. Gemeinsam entstand
Schritt für Schritt aus Zeitungspapier eine Geldbörse. Natürlich musste diese
gefüllt werden, mit viel Geld selbstverständlich. Kein Problem für die Oma.
Denn sie wusste, wie Geld gemacht wird. Unter dünnes Butterbrotpapier legte sie
Münzen vom Pfennig bis zum Fünfmarkstück. Mit dem umgedrehten Bleistift, aus dessen
Ende die Bleistiftmine herausschaute, rubbelten sie über die Vorder- und
Rückseiten der Münzen. Wie ein Wunder für das Kind erschien ein Abdruck von
Pfennigen, dem Groschen und den Markstücken. Das war Zauberei!
Ausgeschnitten,
Vorder- und Rückseite zusammengeklebt, füllte das Geld nun das vorher
geschaffene Portemonnaie. Unglaublich reich fühlte sich das kleine Mädchen. Gleich
morgen könnte sie mit ihrer Schwester Kaufmann spielen.
Zu
Seereisen luden die kleinen Schiffe ein. Die gefalteten Modelle,
Boote und Dampfer, brauchten festes Material, am besten leicht geölt,
damit sie heil übers Wasser kamen. Sie tanzten auf den Wellen im Wasserbassin,
die die Kinderhände schlugen oder schwammen auf dem Kanal. Wohin sie trieben,
hing im Bassin ab, von der Puste der Kinder oder von der Strömung des Wassers.
Auf Papier entdeckte sie noch eine andere
Welt. Die vielen Bücher in der Stadtteilbücherei, die sie, kaum konnte sie
lesen, täglich besuchte. Wie viele Bücher hat sie seitdem verschlungen und verschlingt
sie noch heute. Gern liest sie Bücher vor und nimmt kleine und große Menschen
mit in eine Welt voller Geschichten.
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