Gabriele
Ein Traumurlaub
Eine meiner Ressourcen
in schwierigen Lebensphasen ist, mich in Tagträumereien zu verlieren. Dazu
gehören auch Traumreisen, wobei alle Vorstellungen immer mit Beschreibungen
anderer Reisender zu tun hatten.
Dann gewann ich bei
einem Preisausschreiben den ersten Preis. Ein einwöchiger Aufenthalt in
Antibes, in einem Hotel, dessen Architekt wiederum den ersten Preis für „Hotels
and Nature“ gewonnen hatte.
An einer Seite des
Hauses befand sich im letzten Stock eine Suite, die vorgebaut war, geradezu
schwerelos in der Luft schwebte. Die stand mir zur Verfügung. Die Verglasung
erstreckte sich auf die gesamte Breite des Raumes, bodentief. Der Blick auf das
Meer war spektakulär, links ragte ein Felsen empor. Der Blick konnte sich daran
festhalten.
Im Raum war ein
überdimensional großes Bett mit Kissen und Decken in Blau bis Lilatönen, sowie
gelb- bis sienafarben. Eine ungewöhnliche Farbenkomposition, die sich aber gut
ausnahm.
Das Gefühl, in einem
Raum so ganz ohne Nachbarschaft zu sein, mit dem endlosen Blick auf Wasser, übergehend
in Himmel, erschreckte mich zuerst.
Dann sah ich ihn. Den
Salamander, der sich bewegungslos an den braunen Stein klammerte. Oder war es
ein anderes Tier?
Ich legte mich auf das
Bett, rückte die Kissen zurecht und döste ein.
In meinem Traum stieg
der Salamander einer Fontäne gleich auf, behielt zuerst seine grüne Farbe,
explodierte dann in rot-grünes Licht, das in ein Blau mündete, umgeben von
einem weißen Rand. Die Farben transformierten aufs Neue und ergossen sich erst
in weißen, dann in roten und schließlich in schwarzen Spritzern ins Meer.
Einige fielen auf meine Kissen, auf mich, und ich erwachte.
Eine wunderbare Woche
hatte begonnen.

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