Donnerstag, 26. März 2020

Ein Traumurlaub


Gabriele
Ein Traumurlaub

Eine meiner Ressourcen in schwierigen Lebensphasen ist, mich in Tagträumereien zu verlieren. Dazu gehören auch Traumreisen, wobei alle Vorstellungen immer mit Beschreibungen anderer Reisender zu tun hatten.

Dann gewann ich bei einem Preisausschreiben den ersten Preis. Ein einwöchiger Aufenthalt in Antibes, in einem Hotel, dessen Architekt wiederum den ersten Preis für „Hotels and Nature“ gewonnen hatte. 

An einer Seite des Hauses befand sich im letzten Stock eine Suite, die vorgebaut war, geradezu schwerelos in der Luft schwebte. Die stand mir zur Verfügung. Die Verglasung erstreckte sich auf die gesamte Breite des Raumes, bodentief. Der Blick auf das Meer war spektakulär, links ragte ein Felsen empor. Der Blick konnte sich daran festhalten.
Im Raum war ein überdimensional großes Bett mit Kissen und Decken in Blau bis Lilatönen, sowie gelb- bis sienafarben. Eine ungewöhnliche Farbenkomposition, die sich aber gut ausnahm.

Das Gefühl, in einem Raum so ganz ohne Nachbarschaft zu sein, mit dem endlosen Blick auf Wasser, übergehend in Himmel, erschreckte mich zuerst.

Dann sah ich ihn. Den Salamander, der sich bewegungslos an den braunen Stein klammerte. Oder war es ein anderes Tier?
Ich legte mich auf das Bett, rückte die Kissen zurecht und döste ein.
In meinem Traum stieg der Salamander einer Fontäne gleich auf, behielt zuerst seine grüne Farbe, explodierte dann in rot-grünes Licht, das in ein Blau mündete, umgeben von einem weißen Rand. Die Farben transformierten aufs Neue und ergossen sich erst in weißen, dann in roten und schließlich in schwarzen Spritzern ins Meer. Einige fielen auf meine Kissen, auf mich, und ich erwachte.
Eine wunderbare Woche hatte begonnen.

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