Mittwoch, 7. Oktober 2020

 

Elke

Ein großzügiges Angebot

Mein Urlaub war geplatzt, beziehungsweise die Finanzierung. Spülmaschine und Waschmaschine innerhalb von 14 Tagen kaputt, das war für mein Budget zu viel! Leider waren beide nötig und vorrangig wichtig.

Wie schade, ich hatte mir den Campingurlaub mit zwei Freundinnen in Spanien so schön vorgestellt. In zehn Tagen sollte es nach Malaga losgehen. Dabei war es so schwierig gewesen, gerade diese 14 Tage in der Abteilung frei zu bekommen. Natürlich hatten alle Kollegen mit Kindern Vorrang, es waren ja noch Hamburger Schulferien. Sabine und Renate wollten mir das Geld für den Flug leihen, und ich sollte mich nur an den Lebensmitteleinkäufen beteiligen, aber ich hatte gar kein Geld mehr. Das schönste Wetter in Spanien, Urlaubsstimmung, und ich blieb im verregneten Hamburg!

Als mein Nachbar mit Rotwein und einer großen Tüte Nachos auf der Treppe an mir vorbeiging, erzählte ich ihm von meinem Pech. Er blieb stehen und plötzlich erhellte sich sein Gesicht, ja, er sah geradezu erfreut aus. Er meinte: „Vielleicht habe ich da etwas für dich. Meine Frau fährt in 14 Tagen mit den Kindern in unser Ferienhaus in die Toskana und ich kann kurzfristig nicht mitfahren. Du bist natürlich eingeladen und bekommst ein Taschengeld. Die Jungs sind schon recht selbständig, viel aufzupassen gibt es nicht mehr, und eine Haushaltshilfe ist auch vor Ort. Es geht auch mehr um die Begleitung von Marietta, ihr könntet viel zusammen unternehmen. Was hältst du davon?"

Als Studentin mit Aushilfsjob und wenig Geld hielt ich sehr viel davon, und mit meiner Nachbarin Marietta verstand ich mich gut. Auch ihre Jungs im Alter von zwölf und zehn Jahren fand ich nett, also sagte ich gerne zu, und bedankte mich für das großzügige Angebot, das zur rechten Zeit kam.

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