Freitag, 4. Dezember 2020

Mein Ort in der Natur

Margitta

Was machst du in den Sommerferien?

Die beliebteste Frage am letzten Schultag. „Wir fahren zum Paradies nach Hummelsbüttel, zu unserem Wohnwagen“, antwortete meine Kollegin. Ich frage neugierig nach. Hummelbüttel?

„Ja, du kannst mitkommen.“

Am nächsten Tag fahre ich also zum Paradies. Nach dem sie das braune Holztor geöffnet hatte, wusste ich, was sie meinte. Ein kleiner See, umgeben von Bäumen im Hintergrund, nach vorn ein grüner kurzgeschnittener Rasen, rechts Zelte und Campingwagen. Es sah romantisch aus. Hier möchte ich auch einen Campingwagen besitzen.

Gesagt - getan.

Jetzt sitze ich auf dem Steg, der in den zweiten kleinen See hineinragt. Meine Beine baumeln über der Wasseroberfläche. Ich lasse einen Fuß hineintauchen, es ist ein wenig kühl, angenehm. Ich bin hier ganz allein. Und ich kann es nicht fassen. So viele Libellen habe ich noch nie auf einmal gesehen. Schimmernd blau, grün, groß, klein. Ich staune. Sie stehen in der Luft, schwirren über die weißen Seerosen und gelben Teichmummeln. Eine landet vor mir auf dem Seerosenblatt, direkt vor meinen Füßen. Wunderschön.

Das Wasser bewegt sich kaum merklich durch den Wind. Ich höre leise die vorbeifahrenden Autos auf der Landstraße, kaum störend. Die großen Laubbäume, die auf der Seeseite zur Straße hin stehen filtern den Lärm.

Die Sonne erwärmt meinen Körper. Nein, baden werde ich heute nicht. Nur so sitzen und lauschen. Auf das Rauschen der Blätter, auf die Vögel, auf die Stille auf das leichte Knacken und Rascheln im Gebüsch hinter mir.

Ich schwinge die Beine leicht hin und her, so dass das Wasser sie umschmeichelt. Nichts denken, nur beobachten.

Die Welt ist schön!

Weiße Wolken spiegeln sich auf der Wasseroberfläche, weiter hinten im See, da wo keine Seerosen wachsen. Meine Blicke wandern wieder zu den Libellen. Zwei haben sich zu einem Rad verschlungen. Paarungszeit. Faszinierend. Ein kleiner Schmetterling fliegt direkt an meinem Gesicht vorbei. So, als hätte er mich gar nicht bemerkt.

Hoffentlich kommt keiner zum See zum Schwimmen denke ich. Da höre ich schon Kinderstimmen. Vorbei mit der besinnlichen Ruhe. Aber morgen gehe ich wieder hierher.

Vielleicht etwas früher. Und dann nehme ich mir ein leckeres Croissant mit und etwas zu trinken. Herrlich.

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