Montag, 24. Dezember 2012


Gerda
Und es begab sich zu der Zeit

als mir ein Enkelkind geboren war: Ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk am 21. Dezember 1978. Für uns alle, Mutter, Vater und Großeltern die reinste Glückseligkeit trotz der zu jungen Mama.
Wie in jedem Jahr wünschte sich vor allem die Kinder Schnee zu den Festtagen. Am zweiten Weihnachtstag fielen endlich die heiß ersehnten Flocken vom Himmel. Ganz langsam aber stetig. Am nächsten Morgen war die Stadt wie verzaubert. Aber es hörte nicht auf zu schneien. Die Stadtreinigung war bald an ihre Grenzen gekommen. Und es schneite weiter. Dazu kamen orkanartige Stürme, die den Schnee in großen Wehen aufhäuften und die nicht nur in Hamburg, sondern auch in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und in der damaligen DDR für Chaos sorgten. Der Notstand wurde ausgerufen. Es gab keinen Zugverkehr, die Autobahnen waren gesperrt. Die Bundeswehr wurde eingesetzt, um in Notfällen mit schwerem Gerät und Hubschraubern auf dem Land die Notversorgung aufrechtzuerhalten. Hier in Hamburg waren die  Hauptstraßen freigeräumt, in den Nebenstraßen konnte  aber kaum ein Auto fahren. Und nach dem Schnee kam die große Kälte. Nicht nur die Alster war zugefroren, in der Elbe konnte nur notdürftig die Fahrrinne offen gehalten werden.
Aber davon bekam die Mama mit ihrem Kind erst eine Ahnung, als wir sehr mühselig eine Taxe organisiert hatten, um beide einige Tage nach der Geburt nach Hause zu bringen. Es gibt ein Foto wo Mama, Papa und Töchterchen im Kinderwagen in Neumühlen waren und die Eisschollen sich am Strand auftürmten. Bis Ende Februar hatten wir bis zu 20 Grad minus. Es war eine glückliche Zeit, trotz Schnee, Kälte und all der Einschränkungen, die damit verbunden waren.

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