Gerda
Und es begab sich zu der Zeit
als
mir ein Enkelkind geboren war: Ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk am 21.
Dezember 1978. Für uns alle, Mutter, Vater und Großeltern die reinste
Glückseligkeit trotz der zu jungen Mama.
Wie
in jedem Jahr wünschte sich vor allem die Kinder Schnee zu den Festtagen. Am
zweiten Weihnachtstag fielen endlich die heiß ersehnten Flocken vom Himmel. Ganz
langsam aber stetig. Am nächsten Morgen war die Stadt wie verzaubert. Aber es
hörte nicht auf zu schneien. Die Stadtreinigung war bald an ihre Grenzen gekommen.
Und es schneite weiter. Dazu kamen orkanartige Stürme, die den Schnee in großen
Wehen aufhäuften und die nicht nur in Hamburg, sondern auch in Niedersachsen,
Schleswig-Holstein und in der damaligen DDR für Chaos sorgten. Der Notstand
wurde ausgerufen. Es gab keinen Zugverkehr, die Autobahnen waren gesperrt. Die
Bundeswehr wurde eingesetzt, um in Notfällen mit schwerem Gerät und Hubschraubern
auf dem Land die Notversorgung aufrechtzuerhalten. Hier in Hamburg waren
die Hauptstraßen freigeräumt, in den
Nebenstraßen konnte aber kaum ein Auto
fahren. Und nach dem Schnee kam die große Kälte. Nicht nur die Alster war
zugefroren, in der Elbe konnte nur notdürftig die Fahrrinne offen gehalten
werden.
Aber
davon bekam die Mama mit ihrem Kind erst eine Ahnung, als wir sehr mühselig
eine Taxe organisiert hatten, um beide einige Tage nach der Geburt nach Hause
zu bringen. Es gibt ein Foto wo Mama, Papa und Töchterchen im Kinderwagen in
Neumühlen waren und die Eisschollen sich am Strand auftürmten. Bis Ende Februar
hatten wir bis zu 20 Grad minus. Es war eine glückliche Zeit, trotz Schnee,
Kälte und all der Einschränkungen, die damit verbunden waren.
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