Donnerstag, 28. März 2013


Ilse
Zwei Pflanzen am Weg unterhalten sich

Am Strand, auf freier Fläche, hat sich der Strandkohl breit gemacht. Seine lilafarbenen Blüten leuchten von weitem herüber. „Hu, ist das kalt, mich schüttelt der Wind heute mächtig hin und her. Hast du gesehen, wie der Sturm heute Nacht den Blasentang flachgelegt hat?“ ruft der Strandkohl bibbernd dem Strandgras zu. Das Strandgras steht weit oben, am zum Strand abfallenden Hang der Düne und hat von dort einen guten Überblick.
„Ich zittere schon seit heute Morgen“, erwidert es. „Meine langen Halme biegt der Wind immer wieder gen Osten. Meine längsten Gräser haben auf dem Sand kleine Halbkreise gemalt.“
Brummelnd erhebt der Strandkohl seine Stimme: „Der Tang hat keine Chance, sich wieder zu erheben. Der Regen hat seine langen Fäden verklebt und der Wind sie miteinander verwoben. Da hilft ihm selbst die nächste Flut nicht, sich wieder aufzurichten.“
Das Strandgras weiß es besser. „Den Tang hat längst die Wasserkraft des Meeres herausgerissen. Der hat keine Chance mehr. Aber, kannst du erkennen was der Tang unter seinen langen Blättern versteckt?“, will das Strandgras neugierig wissen.
„Von meiner Düne habe ich nicht so einen guten Blick wie du.“
„Die  Menschen bücken sich und schieben den Tang ein bisschen zur Seite. So, als suchen sie etwas“, berichtet der Strandkohl und fährt weiter fort: „Wenn sie sich wieder aufrichten, halten sie ein leuchtendes Stück Stein in der Hand. Es blinkt wie Feuer.“
Das Strandgras nickt im  Wind. „Davon habe ich schon gehört. Die Menschen nennen es Bernstein und freuen sich sehr, wenn sie diesen Feuerstein entdeckt haben.“

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