Samstag, 10. August 2013

Bärbel
Meine erste Reise

Meine erste Reise war ein Besuch bei meiner Schwester, die in der Schweiz lebte. Damit ich sie nicht zu sehr in Anspruch nahm, reiste eine Freundin mit. Ausgerüstet für zwei Wochen machten wir uns beide - noch Schülerinnen von 16 Jahren - mit der Bahn auf den Weg.
Was uns unterwegs gar nicht so richtig bewusst wurde und unserer Aufmerksamkeit völlig entging, war die Verspätung des Zuges nach Basel und die nicht mehr planmäßige Weiterfahrt. Zuerst klappte alles ganz gut, solange wir uns im deutschsprachigen Raum bewegten. Erste Hürden traten in Biel auf, wo ein weiteres Umsteigen notwendig war. Dies meisterten wir auch noch und kamen endlich mit etlichen Stunden Verspätung in Genf an. Natürlich war keiner mehr am Bahnhof, der uns hätte abholen können. Aber das war gar nicht so weltbewegend, denn meine Schwester, die gerade umgezogen war, hatte mir die neue Anschrift per Telefon aufgegeben und ich hatte sie auf einem Zettel notiert. Da uns keiner mehr verstand und wir völlig übermüdet waren, nahmen wir uns ein Taxi. Guten Mutes lasen wir dem Fahrer die Adresse vor und als wir auf seine Fragen nicht antworten konnten, weil wir nichts verstanden, brauste er los.
Nach kurzer Zeit war das Ziel erreicht, jedenfalls glaubten wir das. Die Überraschung war, dass es die aufgeschriebene Hausnummer nicht gab, und in den anderen Häusern war meine Schwester auch nicht zu finden. Da saßen wir jetzt auf unseren Koffern und wussten nicht so recht, was wir tun sollten. Wie telefonierte man hier in der Walachei und wo gab es ein Telefon? Weit und breit nur Einzelhäuser mit hohen Zäunen, kein Geschäft oder Café, in dem wir hätten fragen können.
Nach einiger Zeit kam ein älterer Herr und sprach uns Verlorene an. Obwohl wir uns nicht mit ihm auf Deutsch verständigen konnten, schafften wir es, ihm die Telefonnummer meiner Schwester zu geben und ihn dazu zu bewegen, sie anzurufen. Nach einiger Zeit kam er zurück und ließ uns wissen, wir sollten warten und brachte uns etwas zu trinken.

Dann kam endlich meine Schwester, die sich inzwischen furchtbare Sorgen gemacht hatte und froh war, uns heil vorzufinden.

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