Bärbel
Meine erste Reise
Meine erste Reise war ein Besuch bei meiner Schwester, die in der Schweiz lebte. Damit ich sie nicht zu sehr in Anspruch nahm, reiste eine Freundin mit. Ausgerüstet für zwei Wochen machten wir uns beide - noch Schülerinnen von 16 Jahren - mit der Bahn auf den Weg.
Meine erste Reise war ein Besuch bei meiner Schwester, die in der Schweiz lebte. Damit ich sie nicht zu sehr in Anspruch nahm, reiste eine Freundin mit. Ausgerüstet für zwei Wochen machten wir uns beide - noch Schülerinnen von 16 Jahren - mit der Bahn auf den Weg.
Was
uns unterwegs gar nicht so richtig bewusst wurde und unserer Aufmerksamkeit
völlig entging, war die Verspätung des Zuges nach Basel und die nicht mehr
planmäßige Weiterfahrt. Zuerst klappte alles ganz gut, solange wir uns im
deutschsprachigen Raum bewegten. Erste Hürden traten in Biel auf, wo ein
weiteres Umsteigen notwendig war. Dies meisterten wir auch noch und kamen
endlich mit etlichen Stunden Verspätung in Genf an. Natürlich war keiner mehr
am Bahnhof, der uns hätte abholen können. Aber das war gar nicht so
weltbewegend, denn meine Schwester, die gerade umgezogen war, hatte mir die
neue Anschrift per Telefon aufgegeben und ich hatte sie auf einem Zettel
notiert. Da uns keiner mehr verstand und wir völlig übermüdet waren, nahmen wir
uns ein Taxi. Guten Mutes lasen wir dem Fahrer die Adresse vor und als wir auf
seine Fragen nicht antworten konnten, weil wir nichts verstanden, brauste er
los.
Nach
kurzer Zeit war das Ziel erreicht, jedenfalls glaubten wir das. Die
Überraschung war, dass es die aufgeschriebene Hausnummer nicht gab, und in den
anderen Häusern war meine Schwester auch nicht zu finden. Da saßen wir jetzt
auf unseren Koffern und wussten nicht so recht, was wir tun sollten. Wie
telefonierte man hier in der Walachei und wo gab es ein Telefon? Weit und breit
nur Einzelhäuser mit hohen Zäunen, kein Geschäft oder Café, in dem wir hätten
fragen können.
Nach
einiger Zeit kam ein älterer Herr und sprach uns Verlorene an. Obwohl wir uns
nicht mit ihm auf Deutsch verständigen konnten, schafften wir es, ihm die
Telefonnummer meiner Schwester zu geben und ihn dazu zu bewegen, sie anzurufen.
Nach einiger Zeit kam er zurück und ließ uns wissen, wir sollten warten und
brachte uns etwas zu trinken.
Dann
kam endlich meine Schwester, die sich inzwischen furchtbare Sorgen gemacht
hatte und froh war, uns heil vorzufinden.
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