Montag, 26. August 2013

Margrit
Hurra, ich reise so gern

Meine erste Reise war eine wahre Katastrophe. Und das kam so: Ich war etwa acht Jahre alt. Meine Mutter meinte es gut mit mir. Ihr letztes Erspartes zahlte sie für mich, was ihr sicherlich schwer fiel. Ich kam mit einer Organisation wie die AWO an die Ostsee in ein Zeltlager. So etwas war ich nicht gewohnt. Meine Umgebung, meine Freundinnen, Freunde – alles Gewohnte brach weg. Ich fühlte mich in all dem Trubel mutterseelenallein und wurde krank. Schlaflosigkeit, Erbrechen und getrübter Seelenfrieden - Heimweh nennt man das.
Mit so einem gestörten Kind kamen die Betreuerinnen nicht zurecht. Es kam, wie es kommen musste. Die anderen Kinder hatten am Sonntag Besuch von ihren Familien, nur ich nicht, und ich brach ganz zusammen.
Eine richtige Entscheidung der Leitung war, dass ich meine Sachen packen durfte. Ab ging’s nach Hause, am Abend, mit einem freundlichen Ehepaar aus meiner Heimatstadt.

Und heute finde ich, ich habe mich gut aus der Affäre gezogen und etwas Positives gelernt. Heute habe ich nicht mehr Heim- sondern Fernweh, und dagegen kann ich etwas tun, nämlich auf Reisen gehen.

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