Margrit
Hurra, ich reise so
gern
Meine
erste Reise war eine wahre Katastrophe. Und das kam so: Ich war etwa acht Jahre
alt. Meine Mutter meinte es gut mit mir. Ihr letztes Erspartes zahlte sie für
mich, was ihr sicherlich schwer fiel. Ich kam mit einer Organisation wie die
AWO an die Ostsee in ein Zeltlager. So etwas war ich nicht gewohnt. Meine
Umgebung, meine Freundinnen, Freunde – alles Gewohnte brach weg. Ich fühlte
mich in all dem Trubel mutterseelenallein und wurde krank. Schlaflosigkeit, Erbrechen
und getrübter Seelenfrieden - Heimweh nennt man das.
Mit
so einem gestörten Kind kamen die Betreuerinnen nicht zurecht. Es kam, wie es
kommen musste. Die anderen Kinder hatten am Sonntag Besuch von ihren Familien,
nur ich nicht, und ich brach ganz zusammen.
Eine
richtige Entscheidung der Leitung war, dass ich meine Sachen packen durfte. Ab
ging’s nach Hause, am Abend, mit einem freundlichen Ehepaar aus meiner
Heimatstadt.
Und
heute finde ich, ich habe mich gut aus der Affäre gezogen und etwas Positives
gelernt. Heute habe ich nicht mehr Heim- sondern Fernweh, und dagegen kann ich
etwas tun, nämlich auf Reisen gehen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen