Freitag, 6. September 2013

Jutta
Pausenbrot

Als ich zur Schule ging gab es nicht so tolle Pausenbrote wie es die Kinder heute kennen, auch nicht so tolle Dosen und Schachteln, wo alles hinein kam. Meine Schwester und ich hatten unsere Brottasche aus Leder. Mutter hatte nicht viel zum Ausgeben und so bekamen wir einfaches Mischbrot. Dieses war nicht besonders lecker, nicht saftig, es machte nur satt und erfüllte seinen Zweck. In der Schule wurde Milch in kleinen Tetrapacks verteilt, die wir zum Brot tranken. Dieses war mit einfacher Leberwurst oder Schmierkäse bestrichen. Obst und Gemüse hatten wir meist nicht mit; diese Lebensmittel waren zu teuer. Mit uns wollte niemand Brote tauschen. Wir aßen unseres immer brav auf. Milch mochte ich überhaupt nicht gern, aber ich musste mich arrangieren, damit ich überhaupt das Brot hinunter bekam. Für die Milch wurde von den Eltern immer Geld eingesammelt und wir Kinder konnten uns dann bedienen. Oft bekamen meine Schwester und ich mit, dass sich einige der Schüler im Laden gegenüber der Schule etwas zu naschen kaufen konnten. Wir konnten es nicht und wir bekamen auch nie etwas ab, jeder war sich selbst der nächste. Es blieb auch all die Schuljahre so mit unserem Pausenbrot. Es sollte uns nur für den langen Schultag sättigen. 

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