Jutta
Pausenbrot
Als
ich zur Schule ging gab es nicht so tolle Pausenbrote wie es die Kinder heute
kennen, auch nicht so tolle Dosen und Schachteln, wo alles hinein kam. Meine
Schwester und ich hatten unsere Brottasche aus Leder. Mutter hatte nicht viel
zum Ausgeben und so bekamen wir einfaches Mischbrot. Dieses war nicht besonders
lecker, nicht saftig, es machte nur satt und erfüllte seinen Zweck. In der
Schule wurde Milch in kleinen Tetrapacks verteilt, die wir zum Brot tranken.
Dieses war mit einfacher Leberwurst oder Schmierkäse bestrichen. Obst und
Gemüse hatten wir meist nicht mit; diese Lebensmittel waren zu teuer. Mit uns
wollte niemand Brote tauschen. Wir aßen unseres immer brav auf. Milch mochte
ich überhaupt nicht gern, aber ich musste mich arrangieren, damit ich überhaupt
das Brot hinunter bekam. Für die Milch wurde von den Eltern immer Geld
eingesammelt und wir Kinder konnten uns dann bedienen. Oft bekamen meine
Schwester und ich mit, dass sich einige der Schüler im Laden gegenüber der
Schule etwas zu naschen kaufen konnten. Wir konnten es nicht und wir bekamen
auch nie etwas ab, jeder war sich selbst der nächste. Es blieb auch all die
Schuljahre so mit unserem Pausenbrot. Es sollte uns nur für den langen Schultag
sättigen.
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