Evelyne
Meine Erfahrung mit
Feuer
Wenn
ich ganz tief im Gedächtnis nachgrabe, fällt mir die Ofenheizung ein, die wir
1945 in der neuen Wohnung vorfanden. Als ältestes Kind mit hausfraulichen
Aufgaben vertraut, habe ich, als die Mutter mit Typhus im Krankenhaus lag, den
Kachelofen, unsere einzige Wärmequelle in der sehr kalten Wohnung, zum Heizen
vorbereitet.
Zuerst
musste die Asche mit einer Schaufel herausgekehrt werden, denn der Rost musste
sauber und frei von Rückständen sein. Jetzt wurde das Brikett auf den Rost
gelegt und dann klein gespaltenes Holz obenauf. Mit zerknüllter Zeitung, die
mit einem Streichholz angesteckt wurde, fing hoffentlich der Scheiterhaufen zu
brennen an. Mit Pusten versuchte ich den Vorgang zu beschleunigen.
Es
war zu der Zeit sehr schwierig, trockenes Holz zu bekommen. Alle brennbaren
Stücke wurden in den Ofen gesteckt. Besonders schön brannten alte Holzlatten
oder aus Trümmern geborgene Dielen und Möbelreste. Auch Papier war knapp. Zum
Einwickeln von Nahrungsmitteln musste man welches mitbringen oder Gefäße zum Transport.
Ich musste sorgfältig und sparsam mit dem Heizmaterial umgehen. So war es
ratsam, das Feuer nicht ausgehen zu lassen. Es mussten immer wieder Briketts
nachgelegt werden. Wenn der Kachelofen dann endlich warm wurde, rückten wir
eine Bank an seine Seite und saßen mit dem Rücken an der Wärmequelle. Hier war
der angenehmste Ort uns zu wärmen und zu überwintern.
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