Freitag, 13. Dezember 2013

Ursula
Rezept für einen Novembertag

Man nehme ein warmes Bett mit Federkopfkissen
schüttelt es ungeschält auf
tränkt es mit schaumigem Bücherwissen
und lässt ruhen den hektischen Tageslauf

Träume kommen literweise
gewürzt mit schaurig schönen Bildern
köcheln grob gehackt und leise
lassen das steifgeschlagene Leben mildern.

Gestobter Novembernebel zieht am Fenster
vorüber in den grießgrauen Nachmittag
gezuckert und bestreut mit süßem Fantasiebelag
schneidet er in Scheiben die Trauergespenster.

Die Tasse Tee im aufgeschlagenen Bett
die Füße auf der erhitzten Wärmflasche
-es ist eine altbewährte Masche-

so lässt sich an trüben Spätherbsttagen
das Leben päckchenweise froh ertragen
und ist zuckersüß und äußerst nett.

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