Wiebke
Erinnerungen an die
Schulzeit
Die
Schule war weit weg von zu Hause, am Stadtpark. Jeden Tag musste ich dort mit
dem Schultaxi hinfahren. Es war eine Schule extra für sehbehinderte und blinde
Kinder. Wegen unserer unterschiedlichen Behinderungen hatten wir viel zu
bewältigen. In normaler Schrift schrieb die Lehrerin
etwas an die Wandtafel. Um es zu lesen, sind wir dann alle ganz nah an
die Tafel herangegangen.
Die
Schulhefte waren durch extra starke Linien oder Kästchen für das bessere Sehen
hergestellt worden.
Mit
der Schulzeit in Winterhude verbinde ich lange Anfahrtswege. Die Zeit im
Schultaxi oder -bus war einfach anstrengend. Die Fahrer rauchten und oft
stritten wir uns mit den Mitschülern. Von denen saßen einige noch viel länger
im Fahrzeug als ich, die als letzte oder vorletzte eingesammelt wurde.
An
den Klassenraum kann ich mich noch gut erinnern, so dass ich ihn auf dem
Schulgelände zeigen könnte. Die Lehrerin war streng. Ich konnte mich nicht
besonders gut konzentrieren und hing oft eigenen Gedanken nach, weshalb sie
mich an beiden Zöpfen zog und laut wurde.
Zuhause
habe ich noch das gerahmte Selbstbildnis, das ich einer anderen Lehrerin gemalt
habe. Es zeigt mich in einem grünen Kleid und mit Zöpfen. Dieses Bild hat die
Lehrerin bis ins hohe Lebensalter behalten. Dann gab sie alle Bilder, die sie
von der Klasse erhalten hatte, an eine Mitschülerin, die sie an alle verteilen
sollte.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen