Maren
Restaurantbesuch mit Mutter
Ich
ging früher mit meiner Mutter oft „gut
essen“. Dabei wählte ich Restaurants der gehobenen Klasse aus; es war besonders
für meine Mutter eine Auszeit aus ihrem eintönigen Alltag.
Nach
einem dieser Essen mit mehreren Gängen und erlesenen Gerichten fragte ein
rotbeschürzter Kellner, ob alles in Ordnung gewesen sei und ob es gemundet
hätte. Meine Mutter, stets schnell mit
dem Wort, sagte: „Junger Mann, es war vorzüglich, besser hätte ich es auch
nicht kochen können.“
Für
mich war es schwierig, mein Gesicht zu wahren und nicht in schallendes
Gelächter auszubrechen. Meine Mutter, die lebenslang recht bodenständig kochte und
sich noch nie in die höhere Kochkunst verirrt hatte, gab kühn und voller
Selbstbewusstsein ihr Urteil über das genossene Gourmetmahl ab.
Ich
bewunderte sie in diesem Moment für ihre Selbsteinschätzung. Die Sache an sich
hatte aber so eine Komik, dass ich später, wenn ich an die Situation dachte, immer
wieder darüber lachen musste.
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