Sonntag, 29. März 2015

Die Schnecke und die Sonnenfinsternis



Wendula

Die Schnecke
Der Weg heute fällt mir schwer - die kleinen,scharfen Steine kratzen schmerzhaft meine zarte Unterseite. Dazu beunruhigen mich düstere, unheimliche Lichtverhältnisse denn ein taubes, diffuses Licht beherrscht plötzlich die ganze Umgebung, wo eben noch die Sonne frühlingsmäßig schien.. Was ist los? Wer nimmt da Einfluss auf die gewohnte Helligkeit? Liegt es an mir, bin ich übersensibel? Bin ich übermüdet, weil ich zu schnell an mein Ziel kommen will? Sollte ich über eine Entschleunigung nachdenken? Ich mache tatsächlich eine Pause, ziehe erst meine zarten Hörnchen ein, um dann ganz in meinem schützenden Häuschen zu verschwinden.
Geduldiges Warten ist eine Stärke von mir - und irgendwann wird die Sonne auch wieder für mich scheinen.

Die Schnecke und die Sonnenfinsternis
Noch folgt das gleißende Licht
der glitzernden Spur einer Schnecke -
die sonnige Kraft verlöscht fast unbemerkt
und zerstört ihren zarten Glanz,
lässt die Schnecke verwirrt innehalten
und denken: wo bleibt das Licht?
Ist alles vorbei?
Oder hat nur der Mond den gewohnten Rhythmus gestört?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen