Freitag, 27. März 2015

Die Schnecke und die Sonnenfinsternis



Ilse

Warme Sonnenstrahlen weckten sie am frühen Morgen. Gleich schaute die Schnecke aus ihrem Haus und streckte ihre Fühler aus. Das frische Grün im Garten zog sie magisch an. Diese zarten Blätter waren eine gute Mahlzeit. Die Schnecke fraß sich beinahe satt. Nur beinahe! Irgendetwas passierte in der Welt. Etwas Merkwürdiges. Das spürte 
die Schnecke.
Der Himmel trübte ein. Die Schnecke schaute nach oben. Was machte die Sonne nur? Sie stand am Himmelszelt und verschwand immer mehr. Es sah aus, als ob sich eine dunkle Scheibe vor die Sonne schob. Was mochte das sein? Wer hatte da seine Hand im Spiel?
Plötzlich wurde es kalt und ungemütlich im Garten.
Und noch etwas konnte die Schnecke beobachten. Menschen kamen aus dem Haus. In der Hand hielten sie dunkle Brillen, hielten sie sich vor die Augen und starrten zum Himmel.
“Seht ihr das?“, rief einer der Menschen begeistert. „Der Mond schiebt sich immer weiter vor die Sonne! Jetzt ist nur noch eine Sichel zu sehen. Ein Bild wie beim abnehmenden Mond.“
„Gibt es jetzt eine abnehmende Sonne?“, dachte die Schnecke. „Das darf nicht wahr sein. Wie sollen die Pflanzen wachsen, die Tiere und Menschen leben, wenn die Sonne nur noch zu einem Teil da ist? Mir fehlt die Wärme!“ Fröstelnd zog sich die Schnecke in ihr Haus zurück.


Die Schnecke

Kreiselrund, das kleine Haus
ständig auf dem Rücken
trägt sie es stolz durchs Leben.

Bietet ihr Schutz vor Gefahren
bei klirrender Kälte, vor beißender Sonne
und dem gefräßigen Igel.

Anbauen kann sie jeder Zeit,
ein Schneckenleben lang
wächst es mit ihrer Größe.

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