Ursula
Es
riecht alt. Das Licht ist nicht sehr hell und überdeckt gnädig das Sammelsurium
der vielen gelebten Leben mit einem staubigen Grauschleier. Auf den ersten
Blick schlägt mir ein ungeordnetes Durcheinander entgegen. Erst bei genauem
Hinsehen entdecke ich, dass die Gegenstände nach ihrer Funktion und
Gebräuchlichkeit geordnet sind.
Ein
Gefühl der Unordnung stellt sich bei mir ein. Es sticht mich die Vorstellung mit
dem Aufräumen zu beginnen und sauber zu machen.
Aber
ist nicht gerade die bedingungslose Anhäufung so vieler persönlicher
Lebensdinge Ausdruck für das oft verworrene und zerrissene Leben der Menschen
des letzten Jahrhunderts?
Erinnerungen
kommen und gehen mit den unterschiedlichen Eindrücken. Rückschau drängt sich
auf und Vorschau. Welche Gedanken werden die Menschen nach mir bewegen, wenn
sie meine persönlichen Hinterlassenschaften ordnen? Verwunderung über den
vielen Krimskrams, Staunen über historisch Wertvolles, Freude über Brauchbares?
Die
Beschäftigung mit dem „alten Kram“ macht mich nicht glücklich. Das Gefühl des
Vorvorgestern weicht nicht. Zufrieden macht mich die Büroecke mit dem Laptop im
Feuerwehrzimmer.
Ich komme im Hier und Jetzt
an und entkomme vorläufig meinem eigenen Museum.
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