Mittwoch, 23. September 2015

Uhren



Maren

In meinem Bücherregal steht ein kleines buntes Holzkästchen. Darin liegen sämtliche Armbanduhren, die ich je getragen habe. Sie sind defekt und sehen abgenutzt aus. Die Zeiten des Lebens liegen hinter ihnen. Von den Armbändern haben sie sich getrennt, wenn diese sehr unansehnlich und schadhaft waren. Die wahren Zeugen der Zeit sind lediglich die kleinen runden Zeitmesser, die in ihrer aktiven Arbeitszeit verlässlich und unermüdlich Kunde getan haben, wie spät es ist, wann es zu spät geworden ist und ob es noch genug Zeit für Begegnungen und Termine gibt.  Das Design der Uhren ist unterschiedlich, wobei der Bahnhofsuhrentyp am häufigsten vorkommt. Einige Modelle sind mit Firmenlogen versehen. Ich erinnere mich:  Ach ja, bei dem neuen Abonnement der ZEIT gab es eine Armbanduhr gratis. Wenn ich eine neue, also alte Uhr in die Sammlung gebe, halte ich inne und Zeiten, die ich mit den gesammelten Uhren in Verbindung bringe, springen mir entgegen.
Eine wahre Erinnerungskiste vergangener Zeitabläufe. Die Uhren haben ihr Werk getan, warten, miteinander verwoben und verschachtelt, in Ruhe die Zeit ab, mit der sie nichts mehr zu tun haben. Gelassen ziehen an ihnen ruhige und unruhige Tage vorbei. Sie sind aus der Zeit gefallen.

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