Maren
In
meinem Bücherregal steht ein kleines buntes Holzkästchen. Darin liegen
sämtliche Armbanduhren, die ich je getragen habe. Sie sind defekt und sehen
abgenutzt aus. Die Zeiten des Lebens liegen hinter ihnen. Von den Armbändern haben
sie sich getrennt, wenn diese sehr unansehnlich und schadhaft waren. Die wahren
Zeugen der Zeit sind lediglich die kleinen runden Zeitmesser, die in ihrer
aktiven Arbeitszeit verlässlich und unermüdlich Kunde getan haben, wie spät es ist,
wann es zu spät geworden ist und ob es noch genug Zeit für Begegnungen und
Termine gibt. Das Design der Uhren ist
unterschiedlich, wobei der Bahnhofsuhrentyp am häufigsten vorkommt. Einige
Modelle sind mit Firmenlogen versehen. Ich erinnere mich: Ach ja, bei dem neuen Abonnement der ZEIT gab
es eine Armbanduhr gratis. Wenn ich eine neue, also alte Uhr in die Sammlung
gebe, halte ich inne und Zeiten, die ich mit den gesammelten Uhren in
Verbindung bringe, springen mir entgegen.
Eine
wahre Erinnerungskiste vergangener Zeitabläufe. Die Uhren haben ihr Werk getan,
warten, miteinander verwoben und verschachtelt, in Ruhe die Zeit ab, mit der
sie nichts mehr zu tun haben. Gelassen ziehen an ihnen ruhige und unruhige Tage
vorbei. Sie sind aus der Zeit gefallen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen