Mittwoch, 23. Dezember 2015

Das schräge Weihnachtsbüffet



Wendula

"Was, das soll für 50 Personen reichen?“ Entrüstet äußert sich der
erste Gast der Weihnachtsfeier - ein Mann. "Wieso liegen hier bunte Ostereier? Und diese blöden Schoko-Weihnachtsmänner könnten unter ihren roten Mänteln auch mal Osterhasen gewesen sein!"
Der aufmerksame und kritische Blick des ersten Gastes schweift über das Buffet. Da muss er schon etwas genauer hinsehen. Er entdeckt: Zwölf frittierte Froschschenkel, ca. dreißig schokolierte Ameisen, gefrorenes Quallensorbet, kandierte Tannenzapfen, Fischaugen in Aspik und noch mehr undefinierbare Speisen. Er ist etwas hilflos und irritiert, fühlt sich alleine und fängt an zu zweifeln, ob er hier richtig ist. Endlich kommen noch zwei handliche, ältere Damen - im Ganzen drei Gäste.
Ja und nun? Etwas angewidert inspizieren die älteren Damen das Buffet. Aber wo bleiben die 47 anderen Gäste? Plötzlich öffnet sich die Tür und zehn kleine Kinder, alle noch im Vorschulalter, stürmen kichernd und schubsend den Raum.
Voller Vergnügen lassen sie sich die Leckereien auf dem Buffet erklären. Begeisterung kann man spüren, sie setzen sich gegenseitig die schokolierten Ameisen in die Haare, spielen Fußball mit den kandierten Tannenzapfen und werfen die Fischaugen in Aspik
gegen die Eingangstür.
Mühsam verkneifen sich die drei Erwachsenen den Ausspruch: " Mit Essen spielt man nicht!" Es kann sein, dass sie dieses Buffet nicht unter "Essen" einordnen können.

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