Ilse
Im
Nu war der Tisch gedeckt. Die Schüsseln und Teller mit selbstgemachten
Leckereien standen in einer Runde. Die Deckel lüfteten sich nach und nach. Alle
hatten einen Mordshunger. Jede nahm sich von dem Haufen Geschirr, was sie
brauchte. Nur die Bestecke fehlten.
Wozu
haben wir unsere Hände? fragte jemand.
Mit
spitzen Fingern fischte Maria nach einem Bratling. Jeder konnte sehen,
schmutzig machen wollte sie sich ihre Finger nicht. Trotzdem tauchte sie den
Kräuterbratling tief in die Fischcreme. Naja, lässt sich essen, tönte es aus
ihrem vollen Mund.
Bernharda
hatte Schwierigkeiten an die Fischstücke aus dem Salat zu kommen. Ich finde,
die Blumen gehören ins Gesteck auf dem Tisch und nicht in die Salatschüssel,
räsonierte sie. Dabei schob sie die Zwiebelringe mit dem Daumen beiseite.
Elsa
begann das Essen mit dem als Nachtisch deklarierten Zitronenpie. Köstlich,
diese Ananastorte, lobte sie in höchsten Tönen. Waren letztes Jahr nicht
Orangen auf dem Tortenboden?
In
der Küche blubberte und krachte es. Aus dem Automaten kam nicht das heiße
Wasser, das den Kaffee brühen sollte, sondern dicke Rauchwolken stiegen auf.
Wir
müssen die Feuerwehr rufen, schrie eine der Frauen.
Ach
was, konterte eine andere. Nehmen wir den alten Nikolaussack. Der muss genügen,
um den Brand zu löschen.
Gesagt,
getan. Die Aufregung legte sich und die Runde nahm wieder am Büffet Platz. Der
Käse, den Angela mitgebracht hatte, lockte nicht nur die Anwesenden zum
Schmaus, sondern weitere schwarze Gäste. Durch das offene Fenster kamen sie
geflogen.
Irgendwie
bringt die Erderwärmung alles durcheinander, meinte eine der Frauen. Die
Fliegen wissen nicht, ob es Sommer oder Winter ist. Am Weihnachtsbüffet hatte
ich sie noch nie zu Gast!
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