Irmy
Mitten
in Altona, zwischen Rathaus und Bahnhof, Central Park-ähnliche Form, aber doch viel,
viel kleiner.
Mächtig
erheben sich mythologische Figuren – kehren mir den Rücken zu – geschätzte 20 Meter
hoch – sieht aus wie ein Kampf!
Imposante
Fabelwesen, dinosaurierähnlich, umrahmen den die Hauptfiguren umgebenden
Brunnen – kein Glücksbrunnen, kein Cent liegt am Brunnenboden. Bei einer
Wasserhöhe von 20 Zentimetern wird er
wohl frühmorgens von Bedürftigen geleert. Wäre doch klug.
Wasserspeiende
Figuren an allen vier Ecken des Brunnens. Ebenso kommt eine mächtige Fontäne
aus dem Maul des Fisches, um den gerungen wird. Ein ohrenbetäubendes Getöse!!
Die Sonne
scheint in voller Pracht – umrahmt ist der Stuhlmannbrunnen von grünen Hecken mit
gelben und roten Blüten dazwischen.
Die
spärlichen Bänke im Park sind schon am Morgen besetzt, wohl von Reisenden, die
die Wartezeit bis zum nächsten Anschluss für eine Auszeit im Park nutzen.
Zwei
ältere Herren laufen im Gespräch versunken auf eine Bank zu. Ein rauchender,
handytextlesender, berucksackter Mann macht sich davon. Eine Familie, kurz
behost, weil endlich Sommer, liest die Erläuterungen zum Brunnen und den
Figuren. Jetzt sind auch sie weg.
Ein
junger dunkelhäutiger Vater, mit einem Baby auf dem Arm, nähert sich dem
Brunnen. Mutti macht aus der Ferne ein Handyfoto. Ich rate um die Herkunft. Flüchtlinge aus
Eritrea?
Jetzt
sitzt die kleine Familie wieder zusammen auf der Bank. Für ein so kleines Baby
ist ein Ausflug zu wasserspeienden Ungeheuern, halb Mensch, halb Tier, auch
schon ein großes Erlebnis – macht der Aufprall des Wassers doch einen
Höllenlärm. Und den ein oder anderen Wassertropfen kriegt man – je nachdem, wie
der Wind gerade steht – auch ab.
Es gibt
noch eine zweite Parkreihe an der Stirnseite des Brunnens. Auch hier eine Bank
und zwei Männer, die gemütlich ihre Brötchen verdrücken.
Ganz
auf der anderen Parkseite trottet ein Hund, schwarz, neben seinem Herrchen
daher.
Durch
den Eingang zwischen zwei Hecken kommt eine alte Dame mit Hündchen. Auf dem
Rasenstück darf es frei herumlaufen und sein Geschäft verrichten. Frauchen hat
ganz pflichtgemäß die Kot-Tüte dabei und bückt sich nach dem „Geschäft“ ihres
Lieblings. Also alles gut!
Hohe
Bäume säumen den Park nach allen Seiten – damit ist der Blick auf die
umgebenden Häuser verwehrt und ein Eindruck von „Ruhe in der Stadt“ kommt auf.
Doch
Seele baumeln lassen wird schwer. Denn Neptun liebt Getöse!
Zwei
Zentauren kämpfen – Gewalten begegnen sich und kennen kein Pardon. Sie umringen
sich gerade, als wollten sie dem anderen ans Leben gehen, dabei geht es nur um
einen Fisch.
Auf
einem Felsblock hängen sie mit ihren Pferdehinterteilen und nur das verkrampfte miteinander Ringen um die
Beute hält sie aufrecht.
Das
ist wohl der Sinn der aus der griechischen Mythologie stammenden Figuren, die
vor Jahrtausenden den Götterhimmel der Griechen bevölkerten: Uns klar zu machen,
dass ein ewiges Ringen der Mächte der Zweck des Daseins sei.
Vielleicht
ist die barbusige Meerjungfrau, am Ende der Brunnenanlage mit ihrem Füllhorn im
Arm und ihrem langen wallenden Haar dazu bestimmt, die Streithähne friedlich zu
stimmen.
Doch sie
erreicht die Kämpfenden nicht, zu kurz der Wasserstrahl aus ihrem Füllhorn, er
prallt schon am unteren Felsbrocken ab. Doch beide könnten wohl gut eine
Abkühlung brauchen.
Jetzt
kommt richtig Leben ins Wasser. Eine Mischlingshündin springt doch tatsächlich in
den Brunnen, ins schmutzige Wasser, dann labt sie sich daran und steht dann
seelenruhig wartend, nach ihrem Herrchen schauend, mit Vergnügen im kalten
Nass.
Von
griechischer Mythologie weit weg.
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