Dienstag, 18. Oktober 2016

Der Park, der Platz ...



Irmy

Mitten in Altona, zwischen Rathaus und Bahnhof, Central Park-ähnliche Form, aber doch viel, viel kleiner.
Mächtig erheben sich mythologische Figuren – kehren mir den Rücken zu – geschätzte 20 Meter hoch – sieht aus wie ein Kampf!
Imposante Fabelwesen, dinosaurierähnlich, umrahmen den die Hauptfiguren umgebenden Brunnen – kein Glücksbrunnen, kein Cent liegt am Brunnenboden. Bei einer Wasserhöhe von 20 Zentimetern  wird er wohl frühmorgens von Bedürftigen geleert. Wäre doch klug.
Wasserspeiende Figuren an allen vier Ecken des Brunnens. Ebenso kommt eine mächtige Fontäne aus dem Maul des Fisches, um den gerungen wird. Ein ohrenbetäubendes Getöse!!
Die Sonne scheint in voller Pracht – umrahmt ist der Stuhlmannbrunnen von grünen Hecken mit gelben und roten Blüten dazwischen.
Die spärlichen Bänke im Park sind schon am Morgen besetzt, wohl von Reisenden, die die Wartezeit bis zum nächsten Anschluss für eine Auszeit im Park nutzen.
Zwei ältere Herren laufen im Gespräch versunken auf eine Bank zu. Ein rauchender, handytextlesender, berucksackter Mann macht sich davon. Eine Familie, kurz behost, weil endlich Sommer, liest die Erläuterungen zum Brunnen und den Figuren. Jetzt sind auch sie weg.
Ein junger dunkelhäutiger Vater, mit einem Baby auf dem Arm, nähert sich dem Brunnen. Mutti macht aus der Ferne ein Handyfoto.  Ich rate um die Herkunft. Flüchtlinge aus Eritrea?
Jetzt sitzt die kleine Familie wieder zusammen auf der Bank. Für ein so kleines Baby ist ein Ausflug zu wasserspeienden Ungeheuern, halb Mensch, halb Tier, auch schon ein großes Erlebnis – macht der Aufprall des Wassers doch einen Höllenlärm. Und den ein oder anderen Wassertropfen kriegt man – je nachdem, wie der Wind gerade steht – auch ab.
Es gibt noch eine zweite Parkreihe an der Stirnseite des Brunnens. Auch hier eine Bank und zwei Männer, die gemütlich ihre Brötchen verdrücken.
Ganz auf der anderen Parkseite trottet ein Hund, schwarz, neben seinem Herrchen daher.
Durch den Eingang zwischen zwei Hecken kommt eine alte Dame mit Hündchen. Auf dem Rasenstück darf es frei herumlaufen und sein Geschäft verrichten. Frauchen hat ganz pflichtgemäß die Kot-Tüte dabei und bückt sich nach dem „Geschäft“ ihres Lieblings. Also alles gut!
Hohe Bäume säumen den Park nach allen Seiten – damit ist der Blick auf die umgebenden Häuser verwehrt und ein Eindruck von „Ruhe in der Stadt“ kommt auf.
Doch Seele baumeln lassen wird schwer. Denn Neptun liebt Getöse! 



Zwei Zentauren kämpfen – Gewalten begegnen sich und kennen kein Pardon. Sie umringen sich gerade, als wollten sie dem anderen ans Leben gehen, dabei geht es nur um einen Fisch.
Auf einem Felsblock hängen sie mit ihren Pferdehinterteilen und nur  das verkrampfte miteinander Ringen um die Beute hält sie aufrecht.
Das ist wohl der Sinn der aus der griechischen Mythologie stammenden Figuren, die vor Jahrtausenden den Götterhimmel der Griechen bevölkerten: Uns klar zu machen, dass ein ewiges Ringen der Mächte der Zweck des Daseins sei.
Vielleicht ist die barbusige Meerjungfrau, am Ende der Brunnenanlage mit ihrem Füllhorn im Arm und ihrem langen wallenden Haar dazu bestimmt, die Streithähne friedlich zu stimmen.
Doch sie erreicht die Kämpfenden nicht, zu kurz der Wasserstrahl aus ihrem Füllhorn, er prallt schon am unteren Felsbrocken ab. Doch beide könnten wohl gut eine Abkühlung brauchen.
Jetzt kommt richtig Leben ins Wasser. Eine Mischlingshündin springt doch tatsächlich in den Brunnen, ins schmutzige Wasser, dann labt sie sich daran und steht dann seelenruhig wartend, nach ihrem Herrchen schauend, mit Vergnügen im kalten Nass.
Von griechischer Mythologie weit weg.

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