Samstag, 15. Oktober 2016

Der Stuhlmannbrunnen



Jutta



Von der lauten Straße trete ich in den Park ein. Mein Blick wandert, um das vielgestaltige Bild vor mir zu erfassen. Über den enorm großen Figuren des Brunnens schwebt ein riesiger ockerfarbener Kran. Er zeigt durch seine Gegengewichte, dass er gewaltige Lasten tragen kann. Und doch sieht er vor dem blauen Himmel aus, wie eine luftige Zeichnung.
Mich zieht jetzt das Aufschlagen des strömenden Wassers auf das Blech der Brunnenfiguren an. Zwei Kentauren ziehen mit großer Körperkraft am Netz, in dem ein übergroßer Fisch gefangen ist. Jeder will ihn haben. Sie ziehen schon viele Jahre an ihm.
Für welche Auseinandersetzung ist es ein Symbol? Stadt Hamburg - Stadt Altona?
Und die beiden Meerjungfrauen und die zwei kleinen Amphibien – was wollen sie mit ihren dünnen Wasserstrahlen auf die Kentauren bewirken?
Mein Blick geht jetzt zu den aufgeblühten Büschen. Eine Erholung für das Auge. In mir tritt Ruhe ein.
Ein Obdachloser bietet mir seinen Platz auf der Bank an, den ich dankbar annehme.
Immer wieder kommen Eltern mit kleinen Kindern, die jubelnd dem fließenden Wasser zulaufen. Sie wissen sofort, wie das Wasser zum Springen gebracht werden kann.
Ein paar Büsche weiter bewegen sich zwei Gartenarbeiter mit ihren Geräten langsam voran. Hin und wieder bleiben sie stehen und unterhalten sich. Sie fegen, harken und fast genüsslich zupfen sie Unkraut. Der Rasen ist frisch gemäht und riecht wunderbar grün.
Im Park bewegen sich alle Menschen langsam. Sie schauen zum Brunnen – überlegen, ob seiner Bedeutsamkeit, gehen weiter, wieder zurück. Alle sind an diesem schönen Platz wie gefangen und zur inneren Ruhe gebracht.

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