Wendula
Hasenfuß
Eine Häsin
bringt im Frühling vier kleine Hasen zur Welt - drei von ihnen entwickeln sich
schnell zu lebendigen, kräftigen, kleinen Puschelknäulen. Sie brauchen
viel Milch, viel Bewegung und die Abenteuerlust bestimmt ihr Leben. Nur der vierte
Hase kümmert vor sich hin, versteckt sich, wird von den Geschwistern
weggedrängelt, hat kein glänzendes Fell und ist viel kleiner als die anderen
drei. Er darf auch nicht mitspielen oder toben - mit anderen Worten, er gehört
nicht dazu. Und allmählich hat er Angst vor seinen drei Geschwistern. Sie
lassen ihn in der Höhle alleine, sie nehmen ihn nicht mit auf die ersten
Ausflüge und bei Hasenkämpfen darf er schon mal gar nicht mitmachen. Morgens
sind die drei Brüder über alle Berge - und er? Er langweilt sich in der Höhle
und fühlt sich verlassen. Die Mutter ist auch unterwegs - es ist wirklich sehr
öde für ihn. Schließlich kommt die Häsin zurück, aber auch die hat keine Zeit
für ihn und von den drei Geschwistern taucht keiner auf. Der kleine Angsthase
wartet und wartet. Schließlich nimmt er all seinen Mut zusammen und in der
Dämmerung schlüpft er aus der sicheren Höhle. Er sucht in der Umgebung nach seinen
Brüdern. Plötzlich glaubt er irgendetwas zu hören, findet aber nichts, sucht
weiter, läuft weiter, es wird dunkel, er ist weit von seiner Höhle entfernt bis
er schließlich einen alten, sehr großen Baum erreicht vor dem zwei seiner
Brüder aufgeregt hin und her jagen. Und nun? Ein jämmerliches Geräusch und ein
Trommeln ist ganz leise zu hören. Ob Nummer drei wohl in den hohlen Baum
gefallen ist? Er läuft langsam um den mächtigen Baum, sieht einen kleinen
Spalt, zu klein um einen Babyhasen rauszulassen, aber ohne langes Zögern
benutzt er seine scharfen Zähnchen und kann damit das Loch vergrößern. Die
beiden anderen Hasenbrüder gucken dem kleinen Bruder ehrfurchtsvoll zu und nach
einer Weile helfen sie, das Loch zu vergrößern. Der Bruder wird gerettet und
von nun an darf der Angsthase mitspielen und toben.
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