Cordula
Herbst
Kurt schaute aus dem Fenster. Die Birke vor seinem Haus
bog sich im Wind und die goldgelben Blätter wirbelten durch die Luft. Er konnte
sich nicht so recht entscheiden, wie er den heutigen Tag begehen sollte. Etwas
unternehmen, aber was. Nun prasselte auch
noch der Regen gegen die Fensterscheiben. Seine Stimmung sank auf den
Nullpunkt. Er ging in die Küche, machte sich sein Frühstück und las dabei seine
Zeitung. Auf einem Bild sah er Menschen
mit Regenschirmen.
Was hieß hier schlechtes Wetter. Er hatte doch dafür
die richtige Kleidung, sogar Gummistiefel. Er wartete noch ein Weilchen, räumte
seine Küche auf und zog dann seine wetterfeste Kleidung an. Selbstverständlich
durfte der Regenschirm nicht fehlen. Er ging hinaus. Zwischenzeitlich hatten
sich der Wind und auch der Regen etwas gelegt. So spazierte er zum
nahegelegenen Wald. Der Boden war schon stark mit Buchenblättern übersät,
vielleicht aber stammten diese noch vom Vorjahr.
Plötzlich nahm er ein Rauschen wahr. Der Wind und auch
der Regen hatten wieder zugenommen. Er spannte seinen Schirm auf und warf mit
seinen Füßen die Blätter auf, so wie er es in seine Jugend getan hatte. Er
schritt forsch aus, die Blätter wirbelten hoch, eine Böe erfasste seinen
Schirm, die Furche vor ihm war tiefer als gedacht und er fiel der Länge nach in
den Blätterberg. Kurt erschrak, gebrochen oder verstaucht hatte er sich jedoch
nichts. Nachdem er sich wieder gefasst hatte, musste er sogar ein bisschen
lachen, es war fast so wie in seiner Kindheit. Trotz Regen und Sturm war es ein
schöner Herbsttag.
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