Das schneebedeckte Feld
Maren
Das schneebedeckte Feld
Der
Zug sollte um 23 Uhr im Bahnhof einlaufen. Der Bahnhof des kleinen Ortes lag
bereits im tiefen Schlaf, eingehüllt in eine dicke weiße Winterdecke. Wir waren
zu dritt und warteten auf unseren Freund, der verspätet zu unserer Feier im zwei
Kilometer entfernten Ferienhaus dazu kommen sollte. Die Nacht war eisig, wir
waren in Jacken und Hosen dick verpackt, dennoch begannen wir zu frieren. Hinzu
kam eine Zugverspätung. Unser Wärmedepot war fast leer, als der Zug kurz vor
Mitternacht endlich den Bahnhof erreichte. Das Wiedersehen wurde durch einen
warmen Tee mit Rum gekrönt, den der Freund in einer Thermoskanne vorrausschauend mitgebracht hatte. Der Weg zu
unserem Haus führte zuerst am Waldrand entlang, dann tat sich vor uns ein
großes weites schneebedecktes Feld auf. Der eisige hartgefrorene Schnee
knirschte unter den Sohlen. Mir drängte sich ein Liedvers auf, dass mich an eine
kürzlich erlebte weihnachtliche Liedertafel erinnerte. „Übers schneebedeckte Feld, wandern wir durch
die weite weiße Welt“. Verrückt, nichts lag jetzt ferner, als ein Lied zu
singen. Es galt, sicher über den Schnee zu gehen und das Haus unbeschadet zu
erreichen. Doch immer wieder schob sich der Vers in meine Gedanken, bis ich
nicht widerstehen konnte und laut mit meiner glockenhellen Stimme dieses Lied
sang. Meine Freunde hielten im Gehen ein, lachten und stimmten dann in den
Gesang ein. Nun wanderten wir gemeinsam laut
singend übers schneebedeckte Feld. Der Mond gab der Kulisse die nötige
Beleuchtung. Ihm gefiel die Sache. Tausend kleine Schneekristalle ließ er hell
funkeln. Als wir uns unserem Haus näherten, war es, als würden wir eine
Märchenwelt verlassen.
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