Angelika
Stadtmusikanten
Die
vier Alten beglückwünschten sich, den zurückgekehrten Räuber in die Flucht
geschlagen zu haben. Sie verbrachten den Rest der Nacht in Ruhe und in der
Hoffnung, am nächsten Morgen recht lange
ausschlafen zu können. Gegen sechs Uhr regte sich jedoch der alte Lebensstil
des Hahns: Mit verschlafenen Augen setzte er sich auf die alte Standuhr,
räusperte sich und krähte los.
Die
anderen Tiere schreckten aus dem Schlaf hoch und waren not amused. Das kränkte
den Hahn, er verstand die Welt nicht mehr, war er doch von allen wegen seiner
guten Stimme gelobt worden.
Da
sie nun aber alle wach waren, starteten sie die Vorbereitungen für ein
gemeinsames Frühstück, obwohl sie vom nächtlichen Mahl an der Räubertafel noch
ziemlich satt waren.
In
der Euphorie ihrer gelungenen Hausbesetzung war es keinem aufgefallen, dass
ihre Ernährungsgewohnheiten doch ziemlich verschieden waren. Der Hund hatte
sich der Fleischgerichte angenommen, die Katze bevorzugte Fisch, Esel und Hahn
fanden Gefallen an dem frisch gebackenen Brot.
Jetzt
im ersten Morgenlicht bekam der Hahn Gewissensbisse: Wer konnte ihm versichern,
dass in dem Brotteig keine Eier enthalten waren? Eier zu verzehren kam für ihn
nicht in Frage – er wollte nicht den Nachwuchs der eigenen Art verspeisen und
hatte sich sein bisheriges Leben ausschließlich vegan ernährt.
Ehe
die armen alten Tiere sich versahen, steckten sie tief in einer
Nahrungsmittelgrundsatzdiskussion. Taugte der Esel jetzt noch als Moderator?
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