Maren
Ach,
es ist so schwierig. Das jetzt gut ausgeschlafene und gesättigte
Nashorn geht an meiner Seite, ich habe ein Seil vom Fahrrad an sein
beträchtliches Horn gebunden und bin auf dem Weg zur Osterstrasse.
Die Kommunikation klappt, ich kann aus seinem Grunzen Wohlgefallen und Missstimmung deuten. Meistens ist es folgsam und verträglich. Nur so geht auch unser gemeinsames Leben. Die Leute haben sich an den Anblick gewöhnt. Zuerst bekam ich empörte Worte: Solch Untier gehört nach Hagenbeck!Oder: Was muss das wohl für eine sein?
Inzwischen ist es wohlgelitten und erfährt hohe Anerkennung. Es kommt oft vor, dass schwere Einkaufstaschen an seinem Horn hängen.
In der Osterstraße wird oft auf Nasi, so wird es inzwischen von Fans genannt, gewartet. Für einem Gegenwert von zwei Wurzeln lässt es alles Mögliche an sich dranhängen. Mir ist es meist zu viel, sollen sich doch die Leute wieder Lastenfahrräder mieten.
Heute
verweilt es gerne an den letzten Pflanzen des Urban Gardening. Verzaubert haben
Nasi die letzten Kleereste. Leider gleicht sein Probieren dem absoluten
Kahlschlag des kleinen Gartens.
Ich ziehe es schnell weiter, es könnte Ärger geben. Durch Nasi sehe ich die
Gegend anders, es liebt besonders den Kreisverkehr, viele Male macht es die
Runde.
Im Verkehrsfunk wird jetzt öfters über Staus in Eimsbüttel berichtet. Ich weiß nicht, wie lange es noch bei mir bleiben wird. Ich hoffe, ich kann es noch einmal zum Schreibkurs mitbringen.
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