Ursula
Wenn ich zurückdenke, komme ich mir vor wie ein Fisch im Wasserglas.
Ich schwimme in einem klar umgrenzten Bereich der Sicherheit in sauberem Wasser. Für meine Ernährung ist gesorgt, das Futter kommt immer von oben. Keine Gefahren drohen, ich kann mich nicht verirren und hohe Wellen beeinflussen keine meiner Bahnen. Ich fühle mich gut aufgehoben und sicher, wäre da nicht das Glas um mich herum.
Es verzerrt meinen Blick nach draußen, ist nicht ganz klar und je nach Neigung des Glases verschwommen, zu dick oder zu dünn.
Die saubere Sicherheit begrenzt meine Freiheit und erlaubt keine Begegnungen.
Der nächste Wasserglas-Fisch ist nahe, doch weit und vielfach unerreichbar. Oft bin ich mir nicht sicher, ob das Gefühl der Sicherheit das Gefühl der Isolation überwiegt. Sicher weiß ich: mein Fischglas ist sehr komfortabel und mir geht es richtig gut.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen