Maren
Ingrid fährt mit der Bahn nach Genf. Ihr Chef hatte sie als 'fähigste Mitarbeiterin' gebeten, den Kontrakt mit einem potentiellen Geschäftspartner auszuhandeln. Sie hatte den neun Uhr Zug genommen, für unterwegs hatte sie sich gute Verpflegung gekauft, da sie das Bordrestaurant nicht schätzte.
Kurz vor Hannover hielt der Zug, eine Durchsage beruhigte die Fahrgäste, es gäbe eine Störung bei der Stromversorgung, demnächst ginge es weiter. Im gleichen Abteil saß eine andere Frau, sie schien etwas wohlbeleibt, ihre blaue Strickjacke ergänzt mit einer weißen Bluse vermittelte etwas Hanseatisches. Im Gegensatz zu Ingrid hatte sie eine sehr gestylte Frisur, ihren Haarsträhnen war keine andere Position gegönnt, ihr Gesicht war gekonnt geschminkt, für Ingrid wirkte sie wie eine Friseurin oder Kosmetikerin. Beide kamen ins Gespräch.
Ingrids Eindruck wurde bestätigt, sie war Friseurin und war auf dem Weg zu einem Treffen, wo neue Produkte bekannt gemacht werden sollten. Der Zug indessen fuhr nicht weiter. Draußen beeindruckten Wiesen, Felder und sanfte Hügel, das hatte keinen Wert, beide mussten unbedingt ihre Ziele erreichen. Die Friseurin Maria bewunderte den langen blonden Zopf von Ingrid. Sie meinte, das wäre ein Kapital, viele Perückengeschäfte würden sich nach so einem gut gepflegten langen Echthaar umsehen.
In der Durchsage wird von längerer Störung gesprochen, der Schaden könne nicht sofort behoben werden. Die Reisenden Frauen sind ratlos, sie informieren die auf sie Wartenden. Ingrid knüpft an das unterbrochene Gespräch an und bietet Maria an, hier und sofort ihren Zopf zu frisieren und eventuell zu kürzen. So wurde aus dem Abteil des Zuges nach Genf ein Frisiersalon.
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