Margitta
Gedanken vor Erstellung der Collage
Ich betrachte ein wenig fassungslos die Masse an bunten Schlössern. Das habe ich noch nie nachvollziehen können. Diese bunten Schlösser am Brückengeländer. Viele Fragen gehen mir durch den Kopf: Wer kettet seine Liebe, seine Verbindung an ein Geländer? Freiwillig.
„In Liebe“- in Stahl graviert. Mit vielen anderen in Stahl festgehaltenen Lieben. Wem will man das zeigen? Sich selbst, den Mitmenschen? Wofür soll das ein Beweis sein? Oder ist es kein Beweis, sondern eine Laune, ein Überschwang aus dem Gefühl des Verliebtseins?
Mit wem hängt man da nun zwangsweise zusammen?
Wer wagt es, mein Schloss einfach durch sein Schloss zu überdecken?
Abus freut sich über den Run auf seine stabilen Vorhängeschlösser.
Auffällig bunte, intensive Farben. Rot für die Liebe, Grün für die Zukunft, Gold für das Wertvolle. Angekettet, angeschmiedet für wie lange? Sucht man diesen Ort immer wieder auf, um sich zu vergewissern oder ist alles einmalig?
Manche Schlösser sind im Bügel schon leicht angerostet. Hält die Beziehung noch, die dort verewigt wurde?
“In Liebe“ Kv.Rz., hört sich an wie ein Abschiedsgruß auf der Schleife eines Grabgestecks, ohne Datum.Vielleicht haben Kv. und Rz. sich längst zerstritten und jetzt hängen sie da noch einmütig zusammen.
Zwei Schlösser dominieren. Sie liegen obenauf. Ganz ähnlich. Wie zwei Kameraaugen in der Unterseite, die den Betrachter fixieren.
Der Verbindung in Stahl fehlt die Weichheit. Anders als früher, als man verbotenerweise seine Initialien in die Baumrinde schnitzte. In der Natur. Auf ewig. In den wachsenden Baum. Manchmal nach Jahren noch erkennbar, mitgewachsen, ausgedehnt, verzerrt.
Ich bin ratlos. Würde mich und meine Liebe nie freiwillig anketten.
Gedanken nach Erstellung der Collage
Wenn ich mein fertiggestelltes Bild betrachte, fällt mir auf, dass die Darstellung völlig konträr ist zu meinen vorher geäußerten negativen Gedanken und Gefühlen zum Foto.
Das Schloss als Symbol für Liebe und Sicherheit, für Gemeinsamkeit und Zweisamkeit. In allen Altersstufen, zwischen allen Geschlechtern. Auf immer.
Das also ist die andere Seite. Oder lag es an den zufälligen Texten der Vorlagen. Doch ich habe die Texte und Bilder ausgesucht. Habe keine Bilder gewählt, die zu den vorherigen Gedanken passen.
Eine innige Verbindung nach außen getragen. Sichtbar für alle, auch für die, die man nicht kennt, die staunend oder kopfschüttelnd vorübergehen. „Jetzt seid ihr dran“.


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