Sonntag, 20. Februar 2022

Regentropfen auf dem Zeltdach

 Maren

Bei meiner Erinnerung an besondere Geräusche fallen mir die Regentropfen ein, die morgens auf das Zeltdach trommeln. Dieses Geräusch gibt es nur im Urlaub. Zelten gehört nicht zum Alltag; es ist immer verbunden mit ‚draußen der Natur nahe sein‘.

Im Zelt bin ich im Kokon aus gespanntem Stoff. Ein Stoff, der garantiert, wasserabweisend zu sein.

Das stimmte größtenteils. Eine Klippe in diesem Wohlgefühl war stets, morgens einmal in den Sanitärbereich zu gelangen. Danach ging es zurück auf den noch von der Körperwärme gefüllten Platz auf der Luftmatratze und in den aufgeschlagenen Schlafsack. Das Reißverschluss-Geräusch beim Schließen des Zeltes zählte zum Morgenkonzert. Das schloss die Draußenwelt mit Pfützen, tropfenden Laubbäumen, Flüchen der Schönwetterurlauber und den matschenden Schritten anderer aus.

Hundegebell verursachte Mitgefühl: Jetzt mit dem Köter für seine Bedürfnisse in die Wildnis zu müssen, wie ungemütlich, ganz abgesehen vom nassen Hundefell später im Zeltinnern.

Ich genoss weiterhin meine sichere, trockene Schlafstatt, hörte das sonntägliche Glockengeläut im fernen Dorf und vernahm das zischende Geräusch eines kleinen Gaskochers der duftenden Kaffee versprach.

 

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