Maren
Ich erinnere mich, dass meine Großeltern nach dem Krieg in einem kleinen Gartenhaus wohnten. Das Haus war funktionell und zweckmäßig eingerichtet. Die drei kleinen Räume boten keinen Komfort, hatten aber die nötigen Möbel und Dinge, um eine gewisse Gemütlichkeit auszustrahlen. Die Eingangstür war durch einen Windfang geschützt. Zur Küche musste man von der Stube aus eine kleine Stufe hinab gehen. In der Küche heizte ein Herd den Raum und diente auch zum täglichen Kochen. Zur Küche hin gab es eine Tür, an dieser Tür war eine Kaffeemühle angebracht. Die Tür verwandelte sich durch das Mahlen der Kaffeebohnen in einen Resonanzkörper. Sie vibrierte und klang - dieser Sound begleitet mich bei der Erinnerung, er ist in meiner Seele. Das kleine Gartenhaus meiner Großeltern war jetzt eine Konzerthalle, erfüllt mit den rotierenden Mahlgeräuschen, dem pfeifenden Kessel auf dem Herd, dem Ausklopfen der Tabakpfeife meines Großvaters und dem Rascheln beim Umblättern einer Zeitung. Kein Synthesizer hätte heute eine wohlfeinere Klangfarbe der Vergangenheit mischen können.
Nun, wo ich mich kurz in die Erinnerung fallen lasse, dringt mir noch der Kaffeeduft in die Nase gemischt mit dem spezifischen Geruch des kleinen, alten, etwas modrig riechenden Gartenhauses.
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