Dienstag, 22. Oktober 2024

Gedächtnis

Maren

Gedächtnis, dieses große Ungebilde.

Es soll leisten, leisten und bekommt wenig Anerkennung, wenn es funktioniert. Anderenfalls wird es beschimpft, oft übel.

Es fallen Worte wie: blöd, alt, dement, vergesslich, unaufmerksam, senil, falsche Pillen bekommen, … In diesem Sinn wird es niedergemacht.

Das arme Gedächtnis, es bemüht sich. Stets.

Aber ist es voll, dann muss der Inhalt verarbeitet werden, Informationen, Gedanken in Beziehung gebracht, geformt werden.

Und schon kommt die nächste Fuhre.

Besonders schlimm sind Fetzen aus TV-Ereignissen und Medien an sich. Es kann sich nicht wehren. Der ganze Informations-Brei verlangt Einlass. Wie soll es nur umgehen mit diesen schnellen Halbwahrheiten, der zerrissenen Gemengelage von flüchtig Gehörtem?

Das Gedächtnis müsste eine Wartepforte einrichten. Aus der dann entstehenden Warteschlange werden nur für das Gedächtnis relevante Themen vorgelassen, alle anderen haben sich hinten wieder anzustellen. Guter Vorschlag?

 

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