Evelyne
Ich lerne schreiben
– Wie geht es mir mit meiner Handschrift – Was habe ich damit alles erlebt
Ich lernte zuerst
die Sütterlin-Schrift, was mir heute entgegenkommt, wenn ich die alten
Handschriften entziffern will. Meine Großeltern schrieben ihre Briefe, Karten,
amtliche Dinge, wie z.B. ihr Testament in Sütterlin-Schrift. Der weitaus
schwierigere Abschnitt des Schreibens begann, als wir lernten mit Federhalter
und Tinte umzugehen. Hier gab es so manchen Klecks und blaue Finger ebenso. Es
wurde zu allen Zeiten darauf geachtet, dass das Geschriebene leserlich war, sonst mussten die Texte noch
einmal angefertigt werden. Im Gymnasium kam es auf die Handschrift nicht mehr
an; hier lag der Schwerpunkt auf dem Inhalt und der Fehlerquote.
Im
Laufe des Lebens hat sich die Handschrift sehr verändert. Sie ist eigenwilliger
und individueller geworden. Sie ist auch unleserlicher, lockerer, krakeliger,
auf jeden Fall schneller geworden. Wie viel habe ich in den Jahren meines
langen Lebens geschrieben! Alles, was heute mit dem Computer angefertigt werden
kann, musste fein säuberlich mit der Hand, eventuell mit der Schreibmaschine
verfasst werden. Mir fällt jetzt und heute auf, dass die Gedanken so voraus
eilen, dass ich mit dem Schreiben kaum nachkomme.
Es
gibt schöne Handschriften. In meinem Bekanntenkreis gibt es Personen mit
ebenmäßiger, schöner, ansprechender Schrift. Solch ein Schriftbild gefällt mir.
Es ist klar, ruhig und harmonisch; es ist gleichmäßig und deutlich. Einen
Briefabsender erkenne ich sogleich an der Schrift und freue mich auf den Inhalt
des Briefes.
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