Montag, 18. Februar 2013



Evelyne
Ich lerne schreiben – Wie geht es mir mit meiner Handschrift – Was habe ich damit alles erlebt

Wenn ich an die Anfänge des Schreibens zurück denke, so fällt mir die Schiefertafel ein, auf der ich die ersten Schreibversuche gemacht habe. Auf dieser konnte ich das Geschriebene, wenn es nicht korrekt aussah, wie vorgegeben war, mit dem Schwamm wegwischen. Die ersten Übungen mit dem Griffel sahen krakelig und verkrampft aus. Doch mit der Zeit wurde die Hand gelenkiger und leichter. Nach einer gewissen Zeit kamen das Schulheft und der Bleistift dazu. Hier mussten die Korrekturen mit dem Radiergummi vorgenommen werden, was aber sehr unschön aussah. Es musste viel geübt werden, damit ein sauberes Schriftbild entstand. Unsere ersten Zeugnisse enthielten auch eine Note und Beurteilung über die „Schönschrift“.
Ich lernte zuerst die Sütterlin-Schrift, was mir heute entgegenkommt, wenn ich die alten Handschriften entziffern will. Meine Großeltern schrieben ihre Briefe, Karten, amtliche Dinge, wie z.B. ihr Testament in Sütterlin-Schrift. Der weitaus schwierigere Abschnitt des Schreibens begann, als wir lernten mit Federhalter und Tinte umzugehen. Hier gab es so manchen Klecks und blaue Finger ebenso. Es wurde zu allen Zeiten darauf geachtet, dass das Geschriebene  leserlich war, sonst mussten die Texte noch einmal angefertigt werden. Im Gymnasium kam es auf die Handschrift nicht mehr an; hier lag der Schwerpunkt auf dem Inhalt und der Fehlerquote.
Im Laufe des Lebens hat sich die Handschrift sehr verändert. Sie ist eigenwilliger und individueller geworden. Sie ist auch unleserlicher, lockerer, krakeliger, auf jeden Fall schneller geworden. Wie viel habe ich in den Jahren meines langen Lebens geschrieben! Alles, was heute mit dem Computer angefertigt werden kann, musste fein säuberlich mit der Hand, eventuell mit der Schreibmaschine verfasst werden. Mir fällt jetzt und heute auf, dass die Gedanken so voraus eilen, dass ich mit dem Schreiben kaum nachkomme.
Es gibt schöne Handschriften. In meinem Bekanntenkreis gibt es Personen mit ebenmäßiger, schöner, ansprechender Schrift. Solch ein Schriftbild gefällt mir. Es ist klar, ruhig und harmonisch; es ist gleichmäßig und deutlich. Einen Briefabsender erkenne ich sogleich an der Schrift und freue mich auf den Inhalt des Briefes.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen