Freitag, 7. Februar 2014

Antje
Erster Schnee

Ich erinnere Jahre, in denen der Schnee in Massen kam. Er war dafür verantwortlich, dass alles beschwerlich wurde. Doch für mich war der erste Schnee einfach herrlich.
Morgens, wenn ich zur Schule wollte, konnte ich die Haustür nicht öffnen, aber meine Mutter hatte hinten die Stalltür frei geschaufelt. Auf der Hauskoppel ragten riesige Schneeschanzen auf. Je länger der Schnee lag, umso harscher wurde er und ich lief auf den Schanzen ohne einzusinken.
Der Weg zur Schule war mehr als beschwerlich. Ich ging drei Kilometer durch einen weißen Tunnel, den die Männer aus dem Dorf geschaufelt hatten. Nur die Bäume am Straßenrand zeigten an, dass es hier wohl eine Straße gab. Ich fand das alles sehr aufregend.
Wenn ich aus der Schule zurückkam, wärmte ich erst einmal die eiskalten Füße im Backofen, aß mein Mittagessen und ging wieder hinaus. Ich bewunderte die vielen unterschiedlichen Fußspuren der kleinen und großen Tiere. Für den Schneeengel konnte ich mich nicht begeistern. Es gab derer viele, nur leider niemanden, der sie beachtete.

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