Antje
Erster Schnee
Ich
erinnere Jahre, in denen der Schnee in Massen kam. Er war dafür verantwortlich,
dass alles beschwerlich wurde. Doch für mich war der erste Schnee einfach
herrlich.
Morgens,
wenn ich zur Schule wollte, konnte ich die Haustür nicht öffnen, aber meine
Mutter hatte hinten die Stalltür frei geschaufelt. Auf der Hauskoppel ragten
riesige Schneeschanzen auf. Je länger der Schnee lag, umso harscher wurde er
und ich lief auf den Schanzen ohne einzusinken.
Der
Weg zur Schule war mehr als beschwerlich. Ich ging drei Kilometer durch einen
weißen Tunnel, den die Männer aus dem Dorf geschaufelt hatten. Nur die Bäume am
Straßenrand zeigten an, dass es hier wohl eine Straße gab. Ich fand das alles
sehr aufregend.
Wenn
ich aus der Schule zurückkam, wärmte ich erst einmal die eiskalten Füße im
Backofen, aß mein Mittagessen und ging wieder hinaus. Ich bewunderte die vielen
unterschiedlichen Fußspuren der kleinen und großen Tiere. Für den Schneeengel
konnte ich mich nicht begeistern. Es gab derer viele, nur leider niemanden, der
sie beachtete.
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