Maren
Die
Sonne blinzelt durch den unteren Spalt des Fensters, den das Rollo nicht
bedeckt. Ich erwache und spüre einen Lufthauch. Meine Augen trauen sich nicht,
mir anzuvertrauen, was sie sehen. In den staubdurchwirbelten Sonnenstrahlen
schwebt ein elfengleiches Wesen, das mich mit sanfter Stimme auffordert, ihm zu
folgen. Ungläubig und auch aufgeregt stehe ich auf. Welch schöner Traum zur
Morgenstunde! Nein, es ist real, das Wesen sagt, es sei die Zeit-Fee, die mir
heute einen unbeschwerten Tag schenken will - den achten Tag der Woche.
Bevor
ich darüber nachdenken, geschweige denn, mein Nachthemd wechseln kann, fliege ich hinter ihr her.
Geschlossene Fenster durchschweben wir, ich sehe mein Haus, meine Straße von
oben, alles wird kleiner. Eine Leichtigkeit überkommt mich, es ist die Verwirklichung meines immer wiederkehrenden Traumes,
mich einfach in die Lüfte zu erheben, zu fliegen und frei zu sein.
Die
Zeit-Fee zeigt mir an dem Tag eine wunderbare Welt, ohne Schwere, ohne
Probleme, einfach eine luftige Heiterkeit, schwebend durch Zeit und Raum. Wir
werden Gefährten eines Vogelschwarms, ganz weit oben umfängt uns eine
grau-weiße weiche Wolke. Hier beginnen die Konturen der Fee sich im Dunst aufzulösen,
bis sie ganz verschwinden. Ich wache in meinem Bett wieder auf. Welch
wunderbarer Traum, denke ich. Wenn da nicht die zwei Vogelfedern in meinem Haar
wären…
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