Ilse
Ein
grauer Tag. Die Wolken hängen tief am Himmel, Regen prasselt gegen die
Fensterscheiben. Ein Wetter passend zu meinem Befinden. Seit Tagen plagt mich
eine Erkältung. Im Hals kribbelt es, die Nase läuft und mein Körper fühlt sich
müde und matt an.
Ich
will das alles vergessen! Mit einer Wärmflasche im Rücken liege ich in meinem
Bett, fest in meine Bettdecke gewickelt. Das Kopfteil ist nach oben gestellt,
dass ich sitzen und mich bequem anlehnen kann. In den Händen halte ich einen
Roman von Georgette Heyer. Die Lampe hinter mir verbreitet ihr sonniges Licht
auf den Buchseiten.
Schnell
tauche ich ein in die Welt des neunzehnten Jahrhunderts und die Lebenssituation
der Protagonistin. Spannend beschreibt die Autorin das Aufbegehren der
Hauptperson gegen die Konventionen der Zeit, gegen die Pflichten der weiblichen
Mitglieder einer Familie. Ich verfolge die Entwicklung der Geschichte mit
großem Interesse und bin gespannt auf den Ausgang.
Erst
als mir bewusst wird, dass mein Magen laut knurrt, kehre ich zurück in meinen
Alltag. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, ich habe Zeit und Raum vergessen. Und
mein eigenes mieses Befinden.
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